Entgeltfortzahlung: Was sie Arbeitgeber wirklich kostet 2026

Entgeltfortzahlung: Was sie Arbeitgeber wirklich kostet

Du zahlst das Gehalt, obwohl der Mitarbeiter nicht da ist. Das weißt du. Was du vielleicht nicht weißt: Das ist nur die halbe Wahrheit. Die echten Kosten der Entgeltfortzahlung liegen unter der Oberfläche — und sie sind deutlich höher als der reine Lohnkostenanteil.

Das Wichtigste in Kürze

Entgeltfortzahlung bedeutet: Du zahlst deinen Mitarbeitern das volle Gehalt für bis zu 6 Wochen Krankheit im Jahr — unabhängig davon, ob sie arbeiten (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz, EntgFG).

Was es wirklich kostet: Der durchschnittliche Krankenstand in Deutschland liegt bei 5,5% (AOK Fehlzeiten-Report 2024). Die Gesamtkosten pro Fehltag — inklusive Überstunden der Kollegen, Führungsaufwand und Qualitätsverlust — beziffert die BAuA auf 300 bis 400 Euro pro Tag.

Der Hebel bKV: Eine betriebliche Krankenversicherung senkt den Krankenstand nachweislich. Der PKV-Verband dokumentiert eine durchschnittliche Reduktion von 23% nach 12 Monaten.

Was Entgeltfortzahlung Arbeitgeber wirklich kostet

Ebene 1: Direkte Kosten

Bei einem Mitarbeiter mit 40.000 Euro Jahresbrutto:

  • Pro Tag: 40.000 ÷ 220 = 182 Euro direkte Lohnkosten

  • Plus AG-Sozialversicherungsanteil (~20%): +36 Euro

  • Direkte Kosten pro Fehltag: 218 Euro

Ebene 2: Indirekte Kosten (das Eisberg-Prinzip)

Kostentreiber

Typische Kosten/Tag

Überstunden der Kollegen

50–80 €

Vertretungsorganisation

20–40 €

Qualitätsverlust

30–60 €

Administrative Kosten

5–10 €

Gesamtkosten pro Fehltag (BAuA-Modell): 300–400 Euro

Rechenbeispiel: KMU mit 25 Mitarbeitern

Dienstleistungsunternehmen, 25 Mitarbeiter, Durchschnittsgehalt 42.000 Euro, Krankenstand 5,8%:


Vorher

Mit bKV (-23%)

Ersparnis

Fehltage/Jahr

319

246

73 Tage

Gesamtkosten

111.650 €

86.100 €

25.550 €

Kosten bKV (40 €/MA/Monat)

12.000 €

Netto-Ersparnis

13.550 €

Fazit: Entgeltfortzahlung ist keine unveränderliche Konstante

Der Krankenstand deines Unternehmens ist keine Schicksalsfrage. Er ist eine Kennzahl, die du mit den richtigen Maßnahmen verschieben kannst. Die bKV ist der stärkste steuerlich optimierbare Hebel, den du hast.

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