Hannes Weindorf ist im Büro und hält ein Schild in der Hand, darauf steht: "Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?"

Betriebliche Krankenversicherung (bKV)

Was ist eine betriebliche Krankenversicherung?

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine vom Arbeitgeber finanzierte Krankenzusatzversicherung für die gesamte Belegschaft. Sie ergänzt den gesetzlichen Krankenversicherungsschutz um hochwertige Zusatzleistungen — ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten für die Mitarbeiter.

Als einer der wirksamsten Mitarbeiter-Benefits hat sich die bKV in den letzten Jahren zum Wachstumssegment der Versicherungsbranche entwickelt. Laut GKV-Spitzenverband hatten Ende 2025 bereits über 22.000 Unternehmen in Deutschland eine bKV eingeführt.

Wie funktioniert die bKV?

Der Arbeitgeber schliesst einen Gruppenvertrag mit einem privaten Krankenversicherer ab. Die Beiträge zahlt der Arbeitgeber — der Mitarbeiter erhält die Leistungen, ohne selbst etwas beizusteuern.

Typische Leistungsbausteine:

  • Zahnzusatz: Zahnersatz, Prophylaxe, professionelle Zahnreinigung

  • Vorsorge: Erweiterte Gesundheitsvorsorge, Krebsfrüherkennung

  • Facharztservice: Facharzttermin innerhalb von 5 Werktagen statt 6-8 Wochen

  • Heilpraktiker und Naturheilkunde: Alternative Behandlungsmethoden

  • Auslandsreise: Weltweiter Schutz bei Dienst- und Privatreisen

  • Krankentagegeld: Ergänzende Absicherung bei Langzeiterkrankung

Steuerliche Behandlung der bKV

Die bKV lässt sich als Sachbezug nach § 8 Abs. 2 S. 11 EStG steuerfrei gestalten — bis zu 50 EUR pro Mitarbeiter und Monat (600 EUR pro Jahr). Dabei ist wichtig:

  • Die bKV fällt unter den Sachbezug, nicht unter die Gesundheitsförderung nach § 3 Nr. 34 EStG

  • Die 50-EUR-Freigrenze umfasst alle Sachbezüge des Arbeitgebers (Gutscheine, Geschenkkarten etc.)

  • Wird die Freigrenze überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig

Achtung: Sachbezug (§ 8) und Gesundheitsförderung (§ 3 Nr. 34) sind zwei getrennte steuerliche Töpfe. Eine bKV kann nicht als Gesundheitsförderungsmassnahme deklariert werden.

Was kostet eine bKV?

Die Beiträge hängen vom gewählten Leistungsumfang und der Gruppengrösse ab:

  • Basisschutz: ab ca. 15 EUR pro Mitarbeiter und Monat

  • Komfortschutz: ca. 25-35 EUR pro Mitarbeiter und Monat

  • Premiumschutz: ca. 35-50 EUR pro Mitarbeiter und Monat

Bei einem ganzheitlichen Benefit-Konzept, das neben der bKV auch BGM, Kommunikation und Implementierung umfasst, beginnen die Gesamtkosten ab etwa 25 EUR pro Mitarbeiter und Monat.

Vorteile für Arbeitgeber

  1. Mitarbeiterbindung: Die bKV erhöht nachweislich die Loyalität — Mitarbeiter schätzen Gesundheitsleistungen höher als Gehaltserhöhungen gleichen Werts

  2. Recruiting-Vorteil: 78 Prozent der Bewerber bewerten Benefits als wichtig oder sehr wichtig bei der Jobwahl

  3. Weniger Fehltage: Unternehmen mit bKV berichten von bis zu 23 Prozent weniger Krankenstand nach 12 Monaten

  4. Steueroptimierung: Bis 50 EUR pro Monat komplett steuerfrei — günstiger als eine Gehaltserhöhung gleichen Werts

  5. Einfache Verwaltung: Kein individueller Vertragsabschluss pro Mitarbeiter, keine Gesundheitsprüfung

bKV als Teil eines Gesamtkonzepts

Die bKV entfaltet ihre volle Wirkung erst als Baustein eines durchdachten Benefit-Konzepts. Dazu gehören neben der Versicherung auch:

  • Professionelle Kommunikation an die Mitarbeiter (Präsentation, Onboarding-Material)

  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) als ergänzende Massnahme

  • Nutzung weiterer steuerfreier Töpfe wie Gesundheitsförderung nach § 3 Nr. 34 EStG

  • Laufende Verwaltung und Betreuung über die gesamte Vertragslaufzeit

Ein schlüsselfertiges Gesamtkonzept nimmt dem Arbeitgeber den gesamten Aufwand ab: von der Analyse über die Einführung bis zur laufenden Betreuung.

Für wen eignet sich die bKV?

Die bKV eignet sich grundsätzlich für Unternehmen jeder Grösse. Besonders profitieren:

  • KMU ab 10 Mitarbeitern: Hier fehlt oft ein eigenes HR-Team — ein schlüsselfertiges Konzept ist besonders wertvoll

  • Handwerksbetriebe: Hoher Wettbewerb um Fachkräfte, bKV als Differenzierungsmerkmal

  • Dienstleistungsunternehmen: Mitarbeiterbindung als strategischer Faktor

  • Steuerberatungskanzleien: Doppelter Nutzen als Arbeitgeber und als Multiplikator für Mandanten

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