Hannes Weindorf hält einen Würfel mit verschiedenen Leistungen in der bKV in der Hand.

bKV-Leistungen im Überblick — Gesundheitsbudget, Facharztservice & Services

Wenn du als Arbeitgeber über eine bKV nachdenkst, liest du überall: Zahnzusatz, Vorsorge, Heilpraktiker. Alles richtig. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Was viele nicht wissen: In den meisten bKV-Tarifen stecken beitragsfreie Serviceleistungen, die dein Team und deren Familien sofort nutzen können — vom Facharzttermin in 3 Tagen über das Gesundheitstelefon um 2 Uhr nachts bis zur Videosprechstunde mit einem Psychologen. Ohne Aufpreis. Ohne Wartezeit. Und ohne Gesundheitsprüfung.

Dieser Artikel zeigt dir, was die bKV wirklich alles abdeckt — und warum gerade die beitragsfreien Extras oft den größten Unterschied machen.

TL;DR

Die bKV besteht aus zwei Ebenen: Versicherungsleistungen (Gesundheitsbudget oder Bausteintarife) und beitragsfreie Serviceleistungen (Facharztservice, Gesundheitstelefon 24/7, Videosprechstunde, Medikamentenservice). Die Services gelten auch für Familienangehörige — ohne Aufpreis. Trend: Gesundheitsbudget (300–1.500 EUR/Jahr), ab 15 EUR/MA/Monat.

Die zwei Ebenen der bKV: Versicherung und Service

Viele Arbeitgeber unterschätzen den Leistungsumfang einer betrieblichen Krankenversicherung, weil sie nur an die klassischen Versicherungsleistungen denken. In Wirklichkeit besteht eine moderne bKV aus zwei Ebenen:

Ebene 1 — Versicherungsleistungen:
Das sind die konkreten Erstattungen, für die der Arbeitgeber einen monatlichen Beitrag zahlt. Je nach Tarif als feste Bausteine (z. B. Zahnzusatz + Sehhilfen) oder als flexibles Gesundheitsbudget.

Ebene 2 — Beitragsfreie Serviceleistungen (Assistance):
Das sind Dienstleistungen, die bei den meisten Versicherern automatisch mit jedem bKV-Tarif mitgeliefert werden — ohne zusätzliche Kosten. Und der entscheidende Punkt: Diese Services gelten in der Regel auch für die Familienangehörigen der versicherten Mitarbeiter.

Gerade Ebene 2 macht die bKV zu einem Benefit, das im Alltag spürbar wird — nicht erst, wenn jemand eine Rechnung einreicht.

Das Gesundheitsbudget — der flexible Standard

Der Klassiker bei der bKV war lange das Bausteinmodell: Der Arbeitgeber wählt bestimmte Leistungen aus (Zahnzusatz, Vorsorge, Heilpraktiker), und alle Mitarbeiter bekommen genau das. Problem: Der 55-jährige Maschinenschlosser braucht ein Hörgerät, die 33-jährige Marketingleiterin eine Bildschirmbrille — beide bekommen dasselbe Paket.

Der Trend geht deshalb klar zum Gesundheitsbudget. Dabei erhält jeder Mitarbeiter ein jährliches Budget, das er frei nach seinen individuellen Bedürfnissen einsetzen kann.

Typische Budgetstufen

Stufe

Jahresbudget

Beitrag ca.

Einstieg

300 EUR

10–15 EUR/MA/Monat

Standard

600 EUR

18–25 EUR/MA/Monat

Komfort

900 EUR

25–35 EUR/MA/Monat

Premium

1.200–1.500 EUR

35–50 EUR/MA/Monat

Was kann mit dem Budget erstattet werden?

Dein Mitarbeiter entscheidet selbst — typisch erstattungsfähig sind:

  • Zahngesundheit: Professionelle Zahnreinigung (PZR), Zahnersatz (Kronen, Brücken, Implantate), Kieferorthopädie

  • Sehhilfen: Brillen, Kontaktlinsen, Augen-Laser (LASIK)

  • Vorsorge: Erweiterte Check-ups, Krebsfrüherkennung, Schutzimpfungen (auch Reiseimpfungen)

  • Heilpraktiker & Naturheilkunde: Osteopathie, Akupunktur, Homöopathie, Chiropraktik

  • Hörgeräte: Zuzahlung über GKV-Festbetrag hinaus

  • Arzneimittel: Zuzahlungen für rezeptpflichtige Medikamente

  • Heil- und Hilfsmittel: Physiotherapie, Ergotherapie, Massagen

Budget vs. Baustein: Was passt besser?

Kriterium

Gesundheitsbudget

Bausteintarif

Flexibilität

Hoch — jeder nutzt, was er braucht

Gering — alle bekommen dasselbe

Verwaltung

Einfach — ein Budget für alles

Komplexer — Bausteine müssen gewählt werden

Individualisierung

Maximal

Gering

Planbarkeit

Klar — festes Budget pro MA

Klar — feste Bausteine

Bei teuren Einzelleistungen

Budget kann schnell aufgebraucht sein

Höhere Einzelerstattungen möglich

Tipp: Viele Versicherer bieten Hybridmodelle an — ein Gesundheitsbudget für ambulante Leistungen plus einen festen Baustein für stationäre Absicherung.

Besonderheit: Steigende Budgets

Die Hallesche bietet mit FEELfree:up ein einzigartiges Modell: Wird das Budget im Vorjahr voll genutzt, steigt es im Folgejahr automatisch. Wer mehr braucht, bekommt mehr.

Beitragsfreie Serviceleistungen — das unterschätzte Plus

Jetzt wird es richtig interessant. Diese Services sind bei den meisten bKV-Tarifen automatisch dabei — ohne Aufpreis für den Arbeitgeber. Und sie gelten in der Regel auch für die Familienangehörigen der versicherten Mitarbeiter.

Facharztterminservice

Das Problem: Kassenpatienten warten im Schnitt 35 Tage auf einen Facharzttermin (KBV). In Fachrichtungen wie Neurologie oder Orthopädie kann es deutlich länger dauern.

Die Lösung: Der Facharztterminservice vermittelt Termine innerhalb von 3 bis 5 Werktagen — für alle gängigen Fachrichtungen. Dein Mitarbeiter ruft an, schildert sein Anliegen, und der Service organisiert den passenden Termin in Wohnortnähe.

Für die Familie: Auch Ehepartner und Kinder können den Service nutzen. Wenn das Kind 39 Grad Fieber hat und der Kinderarzt erst in 3 Wochen einen Termin hat — ruft dein Mitarbeiter den Facharztservice an.

Gesundheitstelefon — 24 Stunden, 7 Tage, 365 Tage

Eine medizinische Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist. Keine Warteschleife beim Bereitschaftsdienst, keine Google-Selbstdiagnose.

Was das Gesundheitstelefon abdeckt:

  • Beratung bei akuten Beschwerden und chronischen Erkrankungen

  • Informationen zu Therapieoptionen und Medikamenten

  • Fragen zu Schwangerschaft, Geburt, Kinderkrankheiten

  • Impf- und Reiseberatung

  • Sport- und Ernährungsberatung

  • Bei der Hallesche: in über 20 Sprachen verfügbar

Warum das relevant ist: Stell dir vor, dein Mitarbeiter liegt nachts um 2 Uhr wach, weil sein Kind hohes Fieber hat. Statt in die Notaufnahme zu fahren oder bis morgen zu warten, ruft er das Gesundheitstelefon an und bekommt sofort eine fachliche Einschätzung.

Ärztliche Videosprechstunde

Digitale Sprechstunde mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen — und auch mit Psychotherapeuten. Keine Anfahrt, kein Wartezimmer, kein halber Tag Arbeitsausfall.

Besonders relevant bei:

  • Leichten Erkrankungen (Erkältung, Hautausschlag, Magen-Darm)

  • Folgerezepten und Medikamentenanpassungen

  • Psychischer Belastung — der niedrigschwellige Zugang zu einem Psychologen ohne monatelange Wartezeit

  • Ländlichen Regionen mit wenig Facharztdichte

Laut Hallesche würden 75 % der Nutzer die Videosprechstunde erneut in Anspruch nehmen.

Medikamentenservice

Lieferung von Medikamenten direkt nach Hause — besonders wertvoll bei Bettlägerigkeit, in ländlichen Gebieten oder bei zeitkritischen Arzneimitteln.

Pflege-Beratung

Mit dem demografischen Wandel wird dieses Thema immer wichtiger: Viele Mitarbeiter pflegen parallel Angehörige — die sogenannte Sandwich-Generation. Die Pflege-Beratung unterstützt bei Pflegegrad-Anträgen, Suche nach Pflegeeinrichtungen und Entlastungsangeboten.

Beitragsfreie Services — die Übersicht nach Versicherer

Service

Hallesche

Münchener Verein

Barmenia

DKV

Facharztterminservice

Ja

Ja

Ja

Ja

Gesundheitstelefon 24/7

Ja (20+ Sprachen)

Ja

Ja

Ja

Videosprechstunde

Ja (inkl. Psychologen)

Ja

Ja

Ja

Medikamentenservice

Ja

Teilweise

Teilweise

Ja

Pflege-Beratung

Ja (FEELcare)

Teilweise

Ja

Ja

Second Opinion

Teilweise

Ja

Teilweise

Ja

Was die Familie wirklich davon hat

Dein Mitarbeiter zahlt keinen Cent extra, damit seine Familie diese Services nutzen kann:

  • Facharzttermin für die Tochter — in 3–5 Werktagen statt Wochen

  • Gesundheitstelefon für die Partnerin — nachts um 2 Uhr, wenn das Kind krank ist

  • Videosprechstunde für den Ehemann — statt eines halben Tags beim Arzt

  • Pflege-Beratung für die Eltern — wenn die Mutter plötzlich Hilfe braucht

Das macht die bKV zu einem Familien-Benefit — auch wenn der Arbeitgeber nur den Beitrag für den Mitarbeiter selbst zahlt.

Tipp für die Kommunikation: Genau diesen Familienaspekt solltest du bei der internen Vorstellung der bKV betonen. Ein Benefit, das auch die Familie schützt, wird von Mitarbeitern ganz anders wahrgenommen als ein reiner Zahnzusatz.

Klassische Leistungsbausteine im Detail

Zahnzusatz

Die am häufigsten genutzte bKV-Leistung. Kein Wunder — die GKV übernimmt bei Zahnersatz nur den Festzuschuss.

  • PZR: 1–2x jährlich, Erstattung 100–200 EUR/Jahr

  • Zahnersatz: Kronen, Brücken, Implantate — typisch 500–2.000 EUR/Jahr

  • Kieferorthopädie: Bei einigen Tarifen mitversichert

Vorsorge & Prävention

  • Erweiterte Vorsorgeuntersuchungen über GKV-Standard hinaus

  • Herz-Kreislauf-Check-ups, Krebsfrüherkennung

  • Schutzimpfungen (auch Reiseimpfungen)

Heilpraktiker & Naturheilkunde

  • Osteopathie, Akupunktur, Homöopathie, Chiropraktik

  • Alternative Heilmethoden, die die GKV in der Regel nicht übernimmt

Sehhilfen

  • Brillen, Kontaktlinsen, Augen-LASIK

  • Typische Erstattung: 150–400 EUR alle 2–3 Jahre

Stationäre Zusatzversicherung

  • Freie Krankenhauswahl (auch Privatkliniken)

  • Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung

  • Krankenhaustagegeld

Was bedeutet das für dich als Arbeitgeber?

Eine moderne bKV ist kein einzelner Leistungsbaustein — sie ist ein Gesundheits-Ökosystem für dein Team und deren Familien.

Drei Fragen, die du dir stellen solltest:

  1. Wissen deine Mitarbeiter, was ihnen zusteht? — Viele bKV-Services werden kaum genutzt, weil niemand darüber spricht.

  2. Passt ein Budget oder ein Bausteintarif besser? — Bei heterogenen Teams ist das Gesundheitsbudget fast immer die bessere Wahl.

  3. Nutzt du die Familienservices als Argument? — Ein Benefit, das auch die Familie schützt, bindet stärker als jede Gehaltserhöhung.

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