
Betriebliche BU: Mitarbeiter per Gruppenvertrag absichern — so geht's
Betriebliche BU: Mitarbeiter per Gruppenvertrag absichern — so geht's
Autor: Hannes Weindorf
Jeder vierte Arbeitnehmer wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Bei Handwerkern und körperlich Arbeitenden ist die Quote noch höher. Und eine private BU-Versicherung? Kostet einen Dachdecker schnell 150–200 € im Monat — wenn er überhaupt angenommen wird.
Letztes Jahr hatte ich ein Gespräch mit einem Betriebsleiter im Holzbau. 38 Mitarbeiter. Einer seiner besten Zimmerer war mit 43 nach einem Bandscheibenvorfall dauerhaft berufsunfähig. Keine private BU. Erwerbsminderungsrente: 800 € im Monat. Kredit, Familie, alles auf Kante.
Der Betriebsleiter sagte: "Hätte ich gewusst, dass ich seine BU über den Betrieb für 40 € im Monat absichern kann — ich hätte es sofort gemacht."
TL;DR
Jeder 4. Arbeitnehmer wird berufsunfähig. Private BU für Handwerker: 150–200 €/Monat (oft Ablehnung). Gruppen-BU über den Betrieb: 40–70 €/Monat, ohne Gesundheitsprüfung, als Betriebsausgabe absetzbar. Netto-Kosten AG-finanziert: ~35 €/MA/Monat. Drei Modelle: AG-finanziert, Misch, per Entgeltumwandlung. Stärkstes Benefit für körperlich Arbeitende — fast kein KMU nutzt es aktiv.
Jeder vierte Arbeitnehmer wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Bei Handwerkern und körperlich Arbeitenden ist die Quote noch höher. Und eine private BU-Versicherung? Kostet einen Dachdecker schnell 150–200 € im Monat — wenn er überhaupt angenommen wird.
Letztes Jahr hatte ich ein Gespräch mit einem Betriebsleiter im Holzbau. 38 Mitarbeiter. Einer seiner besten Zimmerer war mit 43 nach einem Bandscheibenvorfall dauerhaft berufsunfähig. Keine private BU. Erwerbsminderungsrente: 800 € im Monat. Kredit, Familie, alles auf Kante.
Der Betriebsleiter sagte: "Hätte ich gewusst, dass ich seine BU über den Betrieb für 40 € im Monat absichern kann — ich hätte es sofort gemacht."
Warum betriebliche BU für Arbeitgeber relevant ist
Finanztip rät von der betrieblichen BU ab — aus Arbeitnehmer-Sicht. Und hat damit für Einzelverträge teilweise recht. Aber die Gruppen-BU über den Arbeitgeber ist ein anderes Produkt mit anderen Regeln.
Die 3 Fakten, die alles verändern:
1. Keine individuelle Gesundheitsprüfung Im Gruppenvertrag entfällt die aufwändige Gesundheitsprüfung — oder sie wird stark vereinfacht. Das heißt: Auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen werden versichert. Ein Maurer mit Rückenproblemen, der privat keine BU bekommt, ist im Gruppenvertrag versichert.
2. 20–40 % günstiger als Einzelvertrag Durch den Gruppenrabatt und den Wegfall der Einzelkalkulation sinken die Beiträge deutlich. Ein Handwerker zahlt privat 150–200 €/Monat. Im Gruppenvertrag: 40–70 €/Monat — für dieselbe BU-Rente.
3. Betriebsausgabe statt Privatausgabe Wenn du als Arbeitgeber den BU-Beitrag zahlst, ist er zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar. Das reduziert deine Steuerlast und macht die BU netto noch günstiger.
Gruppen-BU vs. private BU: Der Vergleich
Private BU (Einzelvertrag) | Betriebliche BU (Gruppenvertrag) | |
|---|---|---|
Gesundheitsprüfung | Umfangreich, oft Ablehnung bei Vorerkrankungen | Vereinfacht oder komplett entfallen |
Beitrag (Handwerker, 35 J., 1.500 € BU-Rente) | 150–200 €/Monat | 40–70 €/Monat |
Beitrag (Büro, 35 J., 1.500 € BU-Rente) | 60–100 €/Monat | 25–45 €/Monat |
Steuerlich für AG | Nicht relevant | Betriebsausgabe (100 %) |
Mitarbeiterbindung | Keine | Stark — BU ist ein wertvolles Benefit |
Verwaltung | Mitarbeiter allein | Arbeitgeber organisiert |
Bei Kündigung | Bleibt privat | Nachversicherungsgarantie prüfen |
Die Content-Lücke: In der gesamten SERP gibt es keinen Artikel, der die betriebliche BU aus Arbeitgeber-Sicht erklärt. Finanztip schreibt aus AN-Perspektive und rät sogar ab. Wir besetzen dieses Thema als Erste — mit der AG-Brille.
Drei Finanzierungsmodelle für Arbeitgeber
Modell 1: AG-finanziert (100 %)
Du zahlst den kompletten BU-Beitrag für dein Team. Stärkstes Signal, höchste Bindungswirkung.
Steuer: Betriebsausgabe, voller Abzug
Beim MA: Geldwerter Vorteil, pauschalierbar (§ 37b EStG, 30 %)
Wirkung: "Mein Chef bezahlt meine BU" — das erzählt jeder weiter
Ideal für: Unternehmen mit weniger als 50 MA, die sich differenzieren wollen
Modell 2: Mischfinanziert (AG + MA)
Du zahlst einen Grundschutz (z. B. 1.000 € BU-Rente), dein Mitarbeiter stockt privat auf.
Steuer: AG-Anteil = Betriebsausgabe, MA-Anteil aus Netto oder per Entgeltumwandlung
Vorteil: Kostenaufteilung, Mitarbeiter kann individuell aufstocken
Ideal für: Mittelständler, die Budget und Bindungswirkung balancieren wollen
Modell 3: Per Entgeltumwandlung (MA-finanziert)
Dein Mitarbeiter finanziert die BU über Bruttogehalt-Umwandlung. Du zahlst als AG den 15-%-Zuschuss (wie bei bAV).
Steuer: Beiträge bis 676 €/Monat steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG), bis 338 € SV-frei
Vorteil: Für dich nahezu kostenneutral
Nachteil: Teilt sich den steuerfreien Rahmen mit der bAV
Ideal für: Wenn kein Budget für AG-Finanzierung vorhanden
Rechenbeispiel: 25 Mitarbeiter, Handwerksbetrieb
AUSGANGSLAGE: 25 Mitarbeiter, Mix aus Handwerk und Büro BU-Rente: 1.500 €/Monat pro Mitarbeiter Finanzierung: AG-finanziert (Modell 1) BEITRÄGE: Durchschnittlicher Gruppenbeitrag pro MA: ~50 €/Monat Gesamtkosten AG: 1.250 €/Monat = 15.000 €/Jahr STEUERLICHE WIRKUNG: Betriebsausgabe: -15.000 € Steuerersparnis (~30 %): -4.500 € NETTO-KOSTEN: 10.500 €/Jahr PRO MITARBEITER: Brutto: 35 €/Monat (nach Steuer) Pauschalversteuerung (30 %): +15 €/Monat GESAMT AG netto: ~35 €/MA/Monat WIRKUNG: → 25 Mitarbeiter mit 1.500 € BU-Absicherung → Ohne Gesundheitsprüfung → Kosten für dich: 35 €/MA/Monat netto → Privat würde das deine Mitarbeiter 100–200 €/Monat kosten → Bindungswirkung: extrem hoch — besonders bei körperlich Arbeitenden
AUSGANGSLAGE: 25 Mitarbeiter, Mix aus Handwerk und Büro BU-Rente: 1.500 €/Monat pro Mitarbeiter Finanzierung: AG-finanziert (Modell 1) BEITRÄGE: Durchschnittlicher Gruppenbeitrag pro MA: ~50 €/Monat Gesamtkosten AG: 1.250 €/Monat = 15.000 €/Jahr STEUERLICHE WIRKUNG: Betriebsausgabe: -15.000 € Steuerersparnis (~30 %): -4.500 € NETTO-KOSTEN: 10.500 €/Jahr PRO MITARBEITER: Brutto: 35 €/Monat (nach Steuer) Pauschalversteuerung (30 %): +15 €/Monat GESAMT AG netto: ~35 €/MA/Monat WIRKUNG: → 25 Mitarbeiter mit 1.500 € BU-Absicherung → Ohne Gesundheitsprüfung → Kosten für dich: 35 €/MA/Monat netto → Privat würde das deine Mitarbeiter 100–200 €/Monat kosten → Bindungswirkung: extrem hoch — besonders bei körperlich Arbeitenden
35 € pro Mitarbeiter pro Monat für eine Absicherung, die privat 150 € kostet und die viele deiner Leute gar nicht bekommen würden. Das ist der stärkste Benefit, den du einem Handwerker bieten kannst.
Steuerliche Behandlung der betrieblichen BU
Die steuerliche Behandlung hängt vom Finanzierungsmodell ab:
Modell | AG-Beitrag absetzbar? | Geldwerter Vorteil beim MA? | SV-Pflicht? |
|---|---|---|---|
AG-finanziert | Ja, 100 % Betriebsausgabe | Ja — pauschalierbar § 37b (30 %) | Bei Pauschale: SV-frei |
Mischfinanziert | AG-Anteil: ja | Nur AG-Anteil | AG-Anteil bei Pauschale: SV-frei |
Per Entgeltumwandlung | Pflicht-Zuschuss: ja | Nein (steuerfreier Rahmen) | Bis 338 €/Monat SV-frei |
Achtung: Bei Entgeltumwandlung teilt sich die BU den steuerfreien Rahmen (§ 3 Nr. 63 EStG) mit der bAV. Bis zu 676 €/Monat steuerfrei — für bAV und BU zusammen. Wenn dein Mitarbeiter bereits 300 € in die bAV einzahlt, bleiben noch 376 € für die BU.
Mehr zu den steuerfreien Grenzen in unserem Artikel zu bAV-Höchstbeiträgen 2026.
Häufige Fragen zur betrieblichen BU
Kann der Arbeitgeber eine BU für Mitarbeiter abschließen? Ja — über einen Gruppen-BU-Vertrag. Der Arbeitgeber schließt einen Rahmenvertrag mit einem Versicherer ab, alle Mitarbeitenden werden automatisch versichert. Die Beiträge sind als Betriebsausgabe absetzbar. Der große Vorteil: keine oder vereinfachte Gesundheitsprüfung.
Wie viel kostet eine betriebliche BU den Arbeitgeber? Im Gruppenvertrag ab ca. 25 € (Büro) bis 70 € (Handwerk) pro Mitarbeiter pro Monat für 1.500 € BU-Rente. Netto nach Steuer: ca. 18–50 €/Monat. Das ist 20–40 % günstiger als ein privater Einzelvertrag.
Was passiert mit der betrieblichen BU bei Kündigung? Je nach Vertrag kann der Mitarbeiter die BU als Einzelpolice fortführen — oft zu den Gruppenkonditionen und ohne erneute Gesundheitsprüfung (Nachversicherungsgarantie). Dieser Punkt sollte bei der Versicherer-Auswahl geprüft werden.
Lohnt sich betriebliche BU besonders für Handwerker? Ja — gerade für körperlich arbeitende Mitarbeiter ist der Gruppenvertrag oft der einzige Weg zu einer bezahlbaren BU-Absicherung. Private BU-Versicherungen für Handwerker sind extrem teuer und Ablehnungsquoten wegen Vorerkrankungen hoch.
Ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine betriebliche BU anzubieten? Nein — es gibt keine gesetzliche Pflicht (anders als bei der bAV/Entgeltumwandlung). Aber: Die betriebliche BU ist ein freiwilliges Benefit mit enormer Bindungswirkung, besonders in Branchen mit körperlicher Belastung.
Fazit
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist der am meisten übersehene Baustein der betrieblichen Vorsorge. Kein anderes Benefit bietet ein so starkes Signal bei so überschaubaren Kosten — vor allem für Handwerks- und Produktionsbetriebe.
35 € netto pro Mitarbeiter pro Monat für eine Absicherung, die privat drei- bis fünfmal so viel kostet. Ohne Gesundheitsprüfung. Ohne Verwaltungsaufwand. Als volle Betriebsausgabe absetzbar.
Wenn du in einem Betrieb arbeitest, in dem Menschen körperlich arbeiten, ist die betriebliche BU nicht nice-to-have — sie ist ein Pflicht-Thema.
Arbeitskraftabsicherung für dein Team? Wir zeigen dir, welches Modell (AG-finanziert, Misch, Entgeltumwandlung) zu deinem Betrieb passt — und wie viel es dich netto kostet.
Gespräch buchen → Unverbindlich · 30 Minuten · Per Video oder Telefon
Quellen: GDV Berufsunfähigkeitsstatistik, § 37b EStG, § 3 Nr. 63 EStG, § 1a BetrAVG, eigene Beratungspraxis
Jeder vierte Arbeitnehmer wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Bei Handwerkern und körperlich Arbeitenden ist die Quote noch höher. Und eine private BU-Versicherung? Kostet einen Dachdecker schnell 150–200 € im Monat — wenn er überhaupt angenommen wird.
Letztes Jahr hatte ich ein Gespräch mit einem Betriebsleiter im Holzbau. 38 Mitarbeiter. Einer seiner besten Zimmerer war mit 43 nach einem Bandscheibenvorfall dauerhaft berufsunfähig. Keine private BU. Erwerbsminderungsrente: 800 € im Monat. Kredit, Familie, alles auf Kante.
Der Betriebsleiter sagte: "Hätte ich gewusst, dass ich seine BU über den Betrieb für 40 € im Monat absichern kann — ich hätte es sofort gemacht."
Warum betriebliche BU für Arbeitgeber relevant ist
Finanztip rät von der betrieblichen BU ab — aus Arbeitnehmer-Sicht. Und hat damit für Einzelverträge teilweise recht. Aber die Gruppen-BU über den Arbeitgeber ist ein anderes Produkt mit anderen Regeln.
Die 3 Fakten, die alles verändern:
1. Keine individuelle Gesundheitsprüfung Im Gruppenvertrag entfällt die aufwändige Gesundheitsprüfung — oder sie wird stark vereinfacht. Das heißt: Auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen werden versichert. Ein Maurer mit Rückenproblemen, der privat keine BU bekommt, ist im Gruppenvertrag versichert.
2. 20–40 % günstiger als Einzelvertrag Durch den Gruppenrabatt und den Wegfall der Einzelkalkulation sinken die Beiträge deutlich. Ein Handwerker zahlt privat 150–200 €/Monat. Im Gruppenvertrag: 40–70 €/Monat — für dieselbe BU-Rente.
3. Betriebsausgabe statt Privatausgabe Wenn du als Arbeitgeber den BU-Beitrag zahlst, ist er zu 100 % als Betriebsausgabe absetzbar. Das reduziert deine Steuerlast und macht die BU netto noch günstiger.
Gruppen-BU vs. private BU: Der Vergleich
Private BU (Einzelvertrag) | Betriebliche BU (Gruppenvertrag) | |
|---|---|---|
Gesundheitsprüfung | Umfangreich, oft Ablehnung bei Vorerkrankungen | Vereinfacht oder komplett entfallen |
Beitrag (Handwerker, 35 J., 1.500 € BU-Rente) | 150–200 €/Monat | 40–70 €/Monat |
Beitrag (Büro, 35 J., 1.500 € BU-Rente) | 60–100 €/Monat | 25–45 €/Monat |
Steuerlich für AG | Nicht relevant | Betriebsausgabe (100 %) |
Mitarbeiterbindung | Keine | Stark — BU ist ein wertvolles Benefit |
Verwaltung | Mitarbeiter allein | Arbeitgeber organisiert |
Bei Kündigung | Bleibt privat | Nachversicherungsgarantie prüfen |
Die Content-Lücke: In der gesamten SERP gibt es keinen Artikel, der die betriebliche BU aus Arbeitgeber-Sicht erklärt. Finanztip schreibt aus AN-Perspektive und rät sogar ab. Wir besetzen dieses Thema als Erste — mit der AG-Brille.
Drei Finanzierungsmodelle für Arbeitgeber
Modell 1: AG-finanziert (100 %)
Du zahlst den kompletten BU-Beitrag für dein Team. Stärkstes Signal, höchste Bindungswirkung.
Steuer: Betriebsausgabe, voller Abzug
Beim MA: Geldwerter Vorteil, pauschalierbar (§ 37b EStG, 30 %)
Wirkung: "Mein Chef bezahlt meine BU" — das erzählt jeder weiter
Ideal für: Unternehmen mit weniger als 50 MA, die sich differenzieren wollen
Modell 2: Mischfinanziert (AG + MA)
Du zahlst einen Grundschutz (z. B. 1.000 € BU-Rente), dein Mitarbeiter stockt privat auf.
Steuer: AG-Anteil = Betriebsausgabe, MA-Anteil aus Netto oder per Entgeltumwandlung
Vorteil: Kostenaufteilung, Mitarbeiter kann individuell aufstocken
Ideal für: Mittelständler, die Budget und Bindungswirkung balancieren wollen
Modell 3: Per Entgeltumwandlung (MA-finanziert)
Dein Mitarbeiter finanziert die BU über Bruttogehalt-Umwandlung. Du zahlst als AG den 15-%-Zuschuss (wie bei bAV).
Steuer: Beiträge bis 676 €/Monat steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG), bis 338 € SV-frei
Vorteil: Für dich nahezu kostenneutral
Nachteil: Teilt sich den steuerfreien Rahmen mit der bAV
Ideal für: Wenn kein Budget für AG-Finanzierung vorhanden
Rechenbeispiel: 25 Mitarbeiter, Handwerksbetrieb
AUSGANGSLAGE: 25 Mitarbeiter, Mix aus Handwerk und Büro BU-Rente: 1.500 €/Monat pro Mitarbeiter Finanzierung: AG-finanziert (Modell 1) BEITRÄGE: Durchschnittlicher Gruppenbeitrag pro MA: ~50 €/Monat Gesamtkosten AG: 1.250 €/Monat = 15.000 €/Jahr STEUERLICHE WIRKUNG: Betriebsausgabe: -15.000 € Steuerersparnis (~30 %): -4.500 € NETTO-KOSTEN: 10.500 €/Jahr PRO MITARBEITER: Brutto: 35 €/Monat (nach Steuer) Pauschalversteuerung (30 %): +15 €/Monat GESAMT AG netto: ~35 €/MA/Monat WIRKUNG: → 25 Mitarbeiter mit 1.500 € BU-Absicherung → Ohne Gesundheitsprüfung → Kosten für dich: 35 €/MA/Monat netto → Privat würde das deine Mitarbeiter 100–200 €/Monat kosten → Bindungswirkung: extrem hoch — besonders bei körperlich Arbeitenden
35 € pro Mitarbeiter pro Monat für eine Absicherung, die privat 150 € kostet und die viele deiner Leute gar nicht bekommen würden. Das ist der stärkste Benefit, den du einem Handwerker bieten kannst.
Steuerliche Behandlung der betrieblichen BU
Die steuerliche Behandlung hängt vom Finanzierungsmodell ab:
Modell | AG-Beitrag absetzbar? | Geldwerter Vorteil beim MA? | SV-Pflicht? |
|---|---|---|---|
AG-finanziert | Ja, 100 % Betriebsausgabe | Ja — pauschalierbar § 37b (30 %) | Bei Pauschale: SV-frei |
Mischfinanziert | AG-Anteil: ja | Nur AG-Anteil | AG-Anteil bei Pauschale: SV-frei |
Per Entgeltumwandlung | Pflicht-Zuschuss: ja | Nein (steuerfreier Rahmen) | Bis 338 €/Monat SV-frei |
Achtung: Bei Entgeltumwandlung teilt sich die BU den steuerfreien Rahmen (§ 3 Nr. 63 EStG) mit der bAV. Bis zu 676 €/Monat steuerfrei — für bAV und BU zusammen. Wenn dein Mitarbeiter bereits 300 € in die bAV einzahlt, bleiben noch 376 € für die BU.
Mehr zu den steuerfreien Grenzen in unserem Artikel zu bAV-Höchstbeiträgen 2026.
Häufige Fragen zur betrieblichen BU
Kann der Arbeitgeber eine BU für Mitarbeiter abschließen? Ja — über einen Gruppen-BU-Vertrag. Der Arbeitgeber schließt einen Rahmenvertrag mit einem Versicherer ab, alle Mitarbeitenden werden automatisch versichert. Die Beiträge sind als Betriebsausgabe absetzbar. Der große Vorteil: keine oder vereinfachte Gesundheitsprüfung.
Wie viel kostet eine betriebliche BU den Arbeitgeber? Im Gruppenvertrag ab ca. 25 € (Büro) bis 70 € (Handwerk) pro Mitarbeiter pro Monat für 1.500 € BU-Rente. Netto nach Steuer: ca. 18–50 €/Monat. Das ist 20–40 % günstiger als ein privater Einzelvertrag.
Was passiert mit der betrieblichen BU bei Kündigung? Je nach Vertrag kann der Mitarbeiter die BU als Einzelpolice fortführen — oft zu den Gruppenkonditionen und ohne erneute Gesundheitsprüfung (Nachversicherungsgarantie). Dieser Punkt sollte bei der Versicherer-Auswahl geprüft werden.
Lohnt sich betriebliche BU besonders für Handwerker? Ja — gerade für körperlich arbeitende Mitarbeiter ist der Gruppenvertrag oft der einzige Weg zu einer bezahlbaren BU-Absicherung. Private BU-Versicherungen für Handwerker sind extrem teuer und Ablehnungsquoten wegen Vorerkrankungen hoch.
Ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine betriebliche BU anzubieten? Nein — es gibt keine gesetzliche Pflicht (anders als bei der bAV/Entgeltumwandlung). Aber: Die betriebliche BU ist ein freiwilliges Benefit mit enormer Bindungswirkung, besonders in Branchen mit körperlicher Belastung.
Fazit
Die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist der am meisten übersehene Baustein der betrieblichen Vorsorge. Kein anderes Benefit bietet ein so starkes Signal bei so überschaubaren Kosten — vor allem für Handwerks- und Produktionsbetriebe.
35 € netto pro Mitarbeiter pro Monat für eine Absicherung, die privat drei- bis fünfmal so viel kostet. Ohne Gesundheitsprüfung. Ohne Verwaltungsaufwand. Als volle Betriebsausgabe absetzbar.
Wenn du in einem Betrieb arbeitest, in dem Menschen körperlich arbeiten, ist die betriebliche BU nicht nice-to-have — sie ist ein Pflicht-Thema.
Arbeitskraftabsicherung für dein Team? Wir zeigen dir, welches Modell (AG-finanziert, Misch, Entgeltumwandlung) zu deinem Betrieb passt — und wie viel es dich netto kostet.
Gespräch buchen → Unverbindlich · 30 Minuten · Per Video oder Telefon
Quellen: GDV Berufsunfähigkeitsstatistik, § 37b EStG, § 3 Nr. 63 EStG, § 1a BetrAVG, eigene Beratungspraxis
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