
Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber: Was du als KMU wirklich wissen musst
Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber: Was du als KMU wirklich wissen musst
Autor: Hannes Weindorf
Dein Mitarbeiter fragt nach bAV — und du hast keine Ahnung, was du anbieten musst. Oder schlimmer: Du hast seit 2019 einen Pflicht-Zuschuss schuldig und weißt es nicht. Beides passiert täglich in kleinen und mittelgroßen Unternehmen.
Letzte Woche saß ich mit einem Maschinenbauer aus Schwäbisch Hall zusammen. 23 Mitarbeiter, seit 15 Jahren im Geschäft. Er hat noch nie einen Cent zur Entgeltumwandlung seiner Leute beigesteuert. Nicht weil er es nicht wollte — sondern weil ihm keiner erklärt hat, dass er es muss.
Ich bin Hannes Weindorf. Seit über 20 Jahren berate ich Unternehmer zu Versicherungen und betrieblichen Benefits. In diesem Artikel erkläre ich dir, was du als Arbeitgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge wirklich wissen musst — ohne Versicherungsdeutsch, ohne leere Versprechen.
TL;DR
Seit 2019 bist du als Arbeitgeber verpflichtet, 15 % Zuschuss zur bAV zu zahlen — seit 2022 auch für Altverträge. Die Direktversicherung ist für die meisten KMU der beste Durchführungsweg: kein Bilanzrisiko, minimale Verwaltung. Steuerfreie Obergrenzen 2026: bis 676 €/Monat (8 % BBG RV = 8.112 €/Jahr), sozialversicherungsfrei bis 338 €/Monat (4 % BBG = 4.056 €/Jahr). Der Pflicht-Zuschuss kostet dich netto oft gar nichts, weil die SV-Ersparnis ihn überkompensiert. Wer freiwillig aufstockt, hat ein Argument, das jede Gehaltserhöhung schlägt — denn 100 € bAV-Beitrag kommen beim Mitarbeiter zu 100 % an, eine Gehaltserhöhung nur als ~58 € netto.
Dein Mitarbeiter fragt nach bAV — und du hast keine Ahnung, was du anbieten musst. Oder schlimmer: Du hast seit 2019 einen Pflicht-Zuschuss schuldig und weißt es nicht. Beides passiert täglich in kleinen und mittelgroßen Unternehmen.
Letzte Woche saß ich mit einem Maschinenbauer aus Schwäbisch Hall zusammen. 23 Mitarbeiter, seit 15 Jahren im Geschäft. Er hat noch nie einen Cent zur Entgeltumwandlung seiner Leute beigesteuert. Nicht weil er es nicht wollte — sondern weil ihm keiner erklärt hat, dass er es muss.
Ich bin Hannes Weindorf. Seit über 20 Jahren berate ich Unternehmer zu Versicherungen und betrieblichen Benefits. In diesem Artikel erkläre ich dir, was du als Arbeitgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge wirklich wissen musst — ohne Versicherungsdeutsch, ohne leere Versprechen.
Was ist betriebliche Altersvorsorge überhaupt?
Betriebliche Altersvorsorge bedeutet: Dein Mitarbeiter spart über seinen Arbeitgeber für die Rente. Das geschieht entweder durch Entgeltumwandlung (Mitarbeiter verzichtet auf Teil seines Bruttogehalts) oder durch freiwillige Arbeitgeber-Beiträge — oder beides kombiniert.
Der große Vorteil: Beiträge fließen aus dem Bruttogehalt heraus. Dein Mitarbeiter zahlt darauf weniger Steuern und weniger Sozialversicherungsbeiträge. Im Ruhestand wird die Rente aus der bAV besteuert — aber zu einem in der Regel niedrigeren Steuersatz als während des Erwerbslebens.
Für dich als Arbeitgeber ist bAV ein günstiges Vergütungsinstrument. Eine Gehaltserhöhung von 100 € brutto kommt beim Mitarbeiter als etwa 58 € netto an. Ein bAV-Beitrag von 100 € landet in voller Höhe in der Altersvorsorge des Mitarbeiters — ohne Steuer- und SV-Abzüge.
Deine Pflichten als Arbeitgeber — die 3 wichtigsten Antworten
Muss ich als Arbeitgeber bAV anbieten?
Ja — mit einer wichtigen Einschränkung. Du musst bAV nicht proaktiv einführen. Aber jeder Mitarbeiter hat seit dem 1. Januar 2002 einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Wenn dein Mitarbeiter bAV möchte, kannst du das nicht ablehnen.
Praktisch heißt das: Du musst einen Durchführungsweg zur Verfügung stellen. Du darfst einen Anbieter vorgeben. Du kannst aber nicht sagen "wir machen das nicht".
Wie hoch ist der Pflicht-Zuschuss?
15 % des umgewandelten Betrags — aber nur, wenn du durch die Entgeltumwandlung tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge sparst. Das tust du in aller Regel, solange das Gehalt deines Mitarbeiters unter der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 8.450 € monatlich für die Rentenversicherung) liegt.
Beispiel: Dein Mitarbeiter wandelt 200 € monatlich um. Du sparst als Arbeitgeber rund 20 % SV-Beiträge darauf, also ca. 40 €. Dein Pflicht-Zuschuss beträgt 15 % von 200 € = 30 €. Du sparst also 40 € und zahlst 30 € drauf — dich kostet das netto 0 €, sondern bringt dir 10 € Vorteil.
Gilt das auch für Altverträge?
Ja. Seit dem 1. Januar 2022 gilt die Zuschuss-Pflicht rückwirkend auch für alle bAV-Verträge, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden. Viele Arbeitgeber haben das verpasst. Das ist ein echtes Haftungsrisiko — dein Mitarbeiter kann den ausstehenden Zuschuss rückwirkend einfordern.
Falls du unsicher bist, ob du alle Zuschüsse korrekt geleistet hast: Lass das prüfen, bevor der Mitarbeiter es tut.
Die 5 Durchführungswege — welcher passt zu dir?
Betriebliche Altersvorsorge gibt es in fünf verschiedenen Ausführungen. Sie unterscheiden sich in Komplexität, Kosten und Haftungsrisiko erheblich.
Durchführungsweg | Träger | Haftung AG | Empfehlung KMU |
|---|---|---|---|
Direktversicherung | Lebensversicherung | Gering (subsidiär) | ✅ Empfohlen |
Pensionskasse | Pensionskasse | Subsidiär | ✅ Geeignet |
Pensionsfonds | Pensionsfonds | Subsidiär | ✅ Bedingt geeignet |
Unterstützungskasse | Trägerverein | Mittel | ⚠️ Ab ca. 20 MA |
Direktzusage | Arbeitgeber selbst | Hoch (Bilanz) | ❌ Nicht für KMU |
Direktversicherung: Der Standardweg für KMU
Für die meisten Unternehmen unter 50 Mitarbeitern ist die Direktversicherung die beste Wahl. Du schließt als Arbeitgeber eine Lebens- oder Rentenversicherung auf das Leben deines Mitarbeiters ab. Du bist Versicherungsnehmer, dein Mitarbeiter ist versicherte Person und Begünstigter.
Vorteile für dich:
Kein Kapitalanlagerisiko auf deiner Bilanz
Geringe Administration — der Versicherer übernimmt die Verwaltung
Portabel: Der Vertrag kann beim Arbeitgeberwechsel übertragen werden
Volle steuerliche Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabe
Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Nicht jede Direktversicherung ist gleich gut. Vergleiche Tarife und Kostenquoten, bevor du dich auf einen Anbieter festlegst. Ein schlechter Tarif frisst die Steuervorteile des Mitarbeiters auf.
Unterstützungskasse: Für größere Beträge interessant
Die Unterstützungskasse ist vor allem für Gehälter über der Beitragsbemessungsgrenze interessant — zum Beispiel für Geschäftsführer. Sie ermöglicht höhere steuerfreie Einzahlungen als die Direktversicherung. Der Verwaltungsaufwand ist aber deutlich höher. Für Standardmitarbeiter in KMU ist das der falsche Weg.
Direktzusage: Nur mit sehr gutem Steuerberater
Die Direktzusage — auch Pensionszusage genannt — ist für GmbH-Geschäftsführer in bestimmten Konstellationen sinnvoll. Du sagst dem Mitarbeiter direkt eine Rente zu und bildest dafür Rückstellungen in deiner Bilanz. Das klingt gut, birgt aber erhebliche Risiken: Wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, haftest du persönlich. Für die meisten KMU ist das zu komplex.
Rechenbeispiel: Was die bAV wirklich kostet
Nehmen wir einen konkreten Fall. Mitarbeiter Hans, 35 Jahre alt, verdient 3.500 € brutto im Monat. Er möchte 150 € monatlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen.
Was kostet das Hans?
Hans wandelt 150 € Bruttogehalt um. Auf diese 150 € zahlt er keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge. Bei seinem Steuersatz und SV-Beitrag kostet ihn das effektiv nur rund 90-95 € netto — je nach persönlichem Steuersatz.
Was kostet das dich als Arbeitgeber?
Position | Betrag |
|---|---|
Entgeltumwandlung Hans | 150,00 € |
Dein Pflicht-Zuschuss (15 %) | 22,50 € |
Gesamtbeitrag Altersvorsorge | 172,50 € |
Deine SV-Ersparnis (ca. 20 % AG-Anteil) | − 30,00 € |
Dein tatsächlicher Nettoaufwand | − 7,50 € |
Das ist kein Tippfehler. In diesem Beispiel kostet dich die Pflichterfüllung netto nichts — du sparst sogar 7,50 € pro Monat. Hans bekommt 172,50 € Altersvorsorge. Du hast 0 € Nettoaufwand.
Was passiert, wenn du freiwillig aufstockst?
Viele meiner Mandanten zahlen 50 € zusätzlich auf eigene Initiative. Das ist das schlauste Recruiting-Argument, das du für wenig Geld haben kannst.
Position | Betrag |
|---|---|
Entgeltumwandlung Hans | 150,00 € |
Pflicht-Zuschuss (15 %) | 22,50 € |
Freiwilliger Zusatz-Zuschuss | 50,00 € |
Gesamtbeitrag Altersvorsorge | 222,50 € / Monat |
Im Jahr | 2.670,00 € |
Deine SV-Ersparnis | − 30,00 € |
Dein tatsächlicher Nettoaufwand | 42,50 € / Monat |
Hans spart 2.670 € Altersvorsorge pro Jahr — du bezahlst netto 42,50 € im Monat dafür. Eine Gehaltserhöhung um denselben Betrag würde dich brutto deutlich mehr kosten und käme bei Hans netto weniger an.
bAV als Mitarbeiterbindungs-Instrument — mehr als Pflichterfüllung
78 % der Bewerber bewerten betriebliche Benefits als "wichtig" oder "sehr wichtig" bei der Arbeitgeberwahl (Stepstone 2024). bAV gehört zu den Benefits, die am stärksten wahrgenommen werden — weil sie einen direkten finanziellen Vorteil liefern, den jeder Mitarbeiter versteht.
Gehaltserhöhung vs. bAV-Zuschuss im Vergleich
Du überlegst, ob du einem Mitarbeiter 100 € brutto mehr Gehalt gibst oder 100 € in die bAV einzahlst. Der Unterschied ist erheblich:
Gehaltserhöhung 100 € brutto | bAV-Zuschuss 100 € | |
|---|---|---|
Kosten für dich (brutto) | 100 € + ~20 € SV-AG = 120 € | 100 € |
Beim Mitarbeiter netto | ca. 58-65 € | 100 € (steuerfrei in Altersvorsorge) |
Sichtbarkeit | Wird schnell als "normal" wahrgenommen | Langfristig sichtbar im Vertrag |
Bindungswirkung | Gering | Mittel bis hoch |
Der bAV-Zuschuss ist für dich günstiger und beim Mitarbeiter wertvoller. Das ist kein Marketing-Versprechen — das ist Mathematik.
bAV im Gesamtkonzept
Wirklich wirksam wird bAV, wenn sie Teil eines durchdachten Benefits-Pakets ist. Wer bAV mit einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) kombiniert, bietet seinen Mitarbeitern einen Schutz über die gesamte Erwerbsphase und darüber hinaus. Kurz- und langfristige Absicherung aus einer Hand.
Genau das ist der Ansatz von VitalPro: bAV ist ein Baustein — neben bKV, Sachbezügen und einer strukturierten Benefits-Strategie. Wenn du wissen willst, wie ein solches Gesamtkonzept für dein Unternehmen aussieht, schau dir unsere Benefits-Strategie-Seite an.
Die 5 häufigsten Fehler bei der bAV in KMU
Ich sehe diese Fehler regelmäßig. Jeder kostet Geld oder schafft Haftungsrisiken.
Fehler 1: Altverträge ohne Zuschuss Seit dem 1. Januar 2022 gilt die 15%-Zuschuss-Pflicht auch für Verträge vor 2019. Viele Arbeitgeber haben das nicht nachgezogen. Dein Mitarbeiter kann diesen Zuschuss rückwirkend einfordern. Prüf das jetzt — nicht wenn der Mitarbeiter kündigt.
Fehler 2: Falscher Durchführungsweg Ein Maschinenbauer mit 8 Mitarbeitern braucht keine Direktzusage. Eine Direktversicherung reicht — und ist deutlich einfacher zu verwalten. Überkompiziertheit ist teuer.
Fehler 3: Keine Portabilitätsregelung im Vertrag Dein Mitarbeiter wechselt den Job. Was passiert mit dem Vertrag? Bei einer Direktversicherung kann der Vertrag auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden. Das muss im Vertrag geregelt sein. Fehlt die Regelung, gibt es Streit.
Fehler 4: Mitarbeiter nicht informiert bAV funktioniert nur, wenn deine Mitarbeiter wissen, was sie haben. Ich erlebe regelmäßig Mitarbeiter, die nicht wissen, dass ihr Arbeitgeber seit Jahren für sie einzahlt. Kommuniziere den Wert aktiv — mindestens einmal im Jahr.
Fehler 5: bAV isoliert betrachten bAV ohne Gesamtkonzept ist Potenzial-Verschwendung. Wer gleichzeitig eine bKV einführt und Sachbezüge nutzt, optimiert die Gesamtvergütung seiner Mitarbeiter deutlich effizienter als mit Einzelmaßnahmen.
Checkliste: bAV in 5 Schritten einführen
Schritt 1: Bestandsaufnahme Welche Mitarbeiter haben bereits eine bAV? Über welchen Weg? Werden alle Pflicht-Zuschüsse korrekt geleistet? Altverträge vor 2019 kontrollieren.
Schritt 2: Durchführungsweg wählen Für KMU unter 50 Mitarbeitern: Direktversicherung. Anbieter vergleichen — Kostenquote und Tarifstruktur prüfen, nicht nur den Monatsbeitrag.
Schritt 3: Versorgungsordnung erstellen Schreib die Spielregeln auf: Wer bekommt wie viel Zuschuss? Was passiert bei Elternzeit, Krankheit, Kündigung? Eine saubere Versorgungsordnung schützt dich vor Gleichbehandlungsproblemen.
Schritt 4: Mitarbeiter informieren Erkläre deinen Mitarbeitern den Wert. Nicht einmalig beim Onboarding, sondern regelmäßig. Zeig ihnen, was du für sie einzahlst. Zahlen wirken.
Schritt 5: Jährliche Überprüfung Gesetzliche Grenzen ändern sich (BBG, steuerliche Freibeträge). Prüf jedes Jahr, ob Beiträge und Zuschüsse noch korrekt sind. Dein Makler oder Steuerberater sollte das automatisch melden — wenn nicht, wechsle deinen Berater.
FAQ — Was Arbeitgeber zur bAV am häufigsten fragen
Bin ich verpflichtet, selbst in die bAV einzuzahlen? Nein, du bist nicht verpflichtet, einen eigenen Arbeitgeber-Beitrag zu leisten. Du bist aber verpflichtet, den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung zu ermöglichen — und seit 2019 den Pflicht-Zuschuss von 15 % auf umgewandelte Beträge zu zahlen, sofern du SV-Beiträge sparst.
Was passiert, wenn ich den Pflicht-Zuschuss nicht zahle? Dein Mitarbeiter kann den ausstehenden Zuschuss nachfordern — auch rückwirkend. Es gibt keine pauschale Verjährungsfrist für Arbeitnehmeransprüche aus dem Arbeitsverhältnis. Das kann teuer werden.
Kann ich den Durchführungsweg selbst bestimmen? Ja. Du darfst einen Durchführungsweg und einen Anbieter vorgeben. Dein Mitarbeiter muss diesen Weg nutzen. Er kann keinen anderen Anbieter verlangen. Einzige Ausnahme: Es gibt einen bestehenden Tarifvertrag mit anderen Regelungen.
Was passiert mit der bAV, wenn ein Mitarbeiter kündigt? Die bAV-Ansprüche sind gesetzlich geschützt. Nach einer Wartezeit von drei Jahren (Unverfallbarkeitsfrist) behält dein Mitarbeiter alle bis dahin aufgebauten Ansprüche — unabhängig davon, wer gezahlt hat. Bei der Direktversicherung kann der Vertrag auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden.
Wie hoch sind die steuerfreien Grenzen 2026? Steuerfrei: 8 % der BBG RV (101.400 €) = 8.112 € im Jahr / 676 € im Monat. SV-frei: 4 % der BBG = 4.056 € im Jahr / 338 € im Monat. Alles darüber ist steuer- und SV-pflichtig.
Lohnt sich bAV auch für Minijobber oder Teilzeitkräfte? Grundsätzlich ja — der Rechtsanspruch gilt für alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Minijobber (450 € / 520 € Grenze) sind pauschal versteuert und haben keine regulären SV-Abzüge. Die SV-Ersparnis als Basis für den Pflicht-Zuschuss entfällt. Einzelfall prüfen lassen.
Was ist das BRSG und warum ist es relevant? Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) trat 2018 in Kraft und hat die bAV-Regeln grundlegend reformiert. Die wichtigsten Änderungen: Pflicht-Zuschuss von 15 % eingeführt, neues "Sozialpartnermodell" (Nahles-Rente) geschaffen, Förderbetrag für Geringverdiener (§ 100 EStG) eingeführt. Das BRSG hat bAV für Arbeitgeber attraktiver gemacht — und die Pflichten klarer definiert.
Was kostet mich die bAV-Einführung administrativ? Bei einer Direktversicherung ist der Aufwand gering. Du schließt den Vertrag ab, meldest ihn bei deiner Lohnbuchhaltung an und überweist den Beitrag monatlich. Der Versicherer übernimmt die Verwaltung des Vertrags. Einmalig 2-3 Stunden für Setup plus jährliche Überprüfung.
Meine ehrliche Einschätzung
bAV ist kein Selbstläufer. Ich erlebe regelmäßig drei Fehler: zu späte Einführung, falscher Durchführungsweg und fehlende Kommunikation.
Wer bAV richtig macht, hat ein echtes Werkzeug zur Mitarbeiterbindung. Wer es halbherzig macht, hat nur zusätzliche Bürokratie.
Für die meisten meiner KMU-Mandanten empfehle ich die Direktversicherung mit einem klar definierten Arbeitgeberzuschuss — leicht über dem Pflichtminimum. Das kostet netto wenig, sieht aber nach viel aus. Und es lässt sich im Recruiting-Gespräch konkret nennen.
bAV allein löst das Fachkräfte-Problem nicht. Aber als Teil eines durchdachten Benefits-Pakets — mit bKV, Sachbezügen und einer klaren Kommunikation — wird es zum echten Wettbewerbsvorteil.
Du willst bAV richtig machen — nicht nur die Pflicht erfüllen? Dann lass uns das gemeinsam durchrechnen. Ich zeige dir, was für dein Unternehmen konkret möglich ist.
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Oder schau dir zuerst an, wie bAV in ein vollständiges Benefits-Paket eingebettet werden kann: Zu den VitalPro-Paketen
Dieser Artikel ist Teil der Pillar Page Betriebliche Vorsorge — dort findest du alle Themen rund um betriebliche Altersvorsorge, betriebliche Krankenversicherung und steueroptimierte Benefits im Überblick.
Dein Mitarbeiter fragt nach bAV — und du hast keine Ahnung, was du anbieten musst. Oder schlimmer: Du hast seit 2019 einen Pflicht-Zuschuss schuldig und weißt es nicht. Beides passiert täglich in kleinen und mittelgroßen Unternehmen.
Letzte Woche saß ich mit einem Maschinenbauer aus Schwäbisch Hall zusammen. 23 Mitarbeiter, seit 15 Jahren im Geschäft. Er hat noch nie einen Cent zur Entgeltumwandlung seiner Leute beigesteuert. Nicht weil er es nicht wollte — sondern weil ihm keiner erklärt hat, dass er es muss.
Ich bin Hannes Weindorf. Seit über 20 Jahren berate ich Unternehmer zu Versicherungen und betrieblichen Benefits. In diesem Artikel erkläre ich dir, was du als Arbeitgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge wirklich wissen musst — ohne Versicherungsdeutsch, ohne leere Versprechen.
Was ist betriebliche Altersvorsorge überhaupt?
Betriebliche Altersvorsorge bedeutet: Dein Mitarbeiter spart über seinen Arbeitgeber für die Rente. Das geschieht entweder durch Entgeltumwandlung (Mitarbeiter verzichtet auf Teil seines Bruttogehalts) oder durch freiwillige Arbeitgeber-Beiträge — oder beides kombiniert.
Der große Vorteil: Beiträge fließen aus dem Bruttogehalt heraus. Dein Mitarbeiter zahlt darauf weniger Steuern und weniger Sozialversicherungsbeiträge. Im Ruhestand wird die Rente aus der bAV besteuert — aber zu einem in der Regel niedrigeren Steuersatz als während des Erwerbslebens.
Für dich als Arbeitgeber ist bAV ein günstiges Vergütungsinstrument. Eine Gehaltserhöhung von 100 € brutto kommt beim Mitarbeiter als etwa 58 € netto an. Ein bAV-Beitrag von 100 € landet in voller Höhe in der Altersvorsorge des Mitarbeiters — ohne Steuer- und SV-Abzüge.
Deine Pflichten als Arbeitgeber — die 3 wichtigsten Antworten
Muss ich als Arbeitgeber bAV anbieten?
Ja — mit einer wichtigen Einschränkung. Du musst bAV nicht proaktiv einführen. Aber jeder Mitarbeiter hat seit dem 1. Januar 2002 einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Wenn dein Mitarbeiter bAV möchte, kannst du das nicht ablehnen.
Praktisch heißt das: Du musst einen Durchführungsweg zur Verfügung stellen. Du darfst einen Anbieter vorgeben. Du kannst aber nicht sagen "wir machen das nicht".
Wie hoch ist der Pflicht-Zuschuss?
15 % des umgewandelten Betrags — aber nur, wenn du durch die Entgeltumwandlung tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge sparst. Das tust du in aller Regel, solange das Gehalt deines Mitarbeiters unter der Beitragsbemessungsgrenze (2026: 8.450 € monatlich für die Rentenversicherung) liegt.
Beispiel: Dein Mitarbeiter wandelt 200 € monatlich um. Du sparst als Arbeitgeber rund 20 % SV-Beiträge darauf, also ca. 40 €. Dein Pflicht-Zuschuss beträgt 15 % von 200 € = 30 €. Du sparst also 40 € und zahlst 30 € drauf — dich kostet das netto 0 €, sondern bringt dir 10 € Vorteil.
Gilt das auch für Altverträge?
Ja. Seit dem 1. Januar 2022 gilt die Zuschuss-Pflicht rückwirkend auch für alle bAV-Verträge, die vor dem 1. Januar 2019 abgeschlossen wurden. Viele Arbeitgeber haben das verpasst. Das ist ein echtes Haftungsrisiko — dein Mitarbeiter kann den ausstehenden Zuschuss rückwirkend einfordern.
Falls du unsicher bist, ob du alle Zuschüsse korrekt geleistet hast: Lass das prüfen, bevor der Mitarbeiter es tut.
Die 5 Durchführungswege — welcher passt zu dir?
Betriebliche Altersvorsorge gibt es in fünf verschiedenen Ausführungen. Sie unterscheiden sich in Komplexität, Kosten und Haftungsrisiko erheblich.
Durchführungsweg | Träger | Haftung AG | Empfehlung KMU |
|---|---|---|---|
Direktversicherung | Lebensversicherung | Gering (subsidiär) | ✅ Empfohlen |
Pensionskasse | Pensionskasse | Subsidiär | ✅ Geeignet |
Pensionsfonds | Pensionsfonds | Subsidiär | ✅ Bedingt geeignet |
Unterstützungskasse | Trägerverein | Mittel | ⚠️ Ab ca. 20 MA |
Direktzusage | Arbeitgeber selbst | Hoch (Bilanz) | ❌ Nicht für KMU |
Direktversicherung: Der Standardweg für KMU
Für die meisten Unternehmen unter 50 Mitarbeitern ist die Direktversicherung die beste Wahl. Du schließt als Arbeitgeber eine Lebens- oder Rentenversicherung auf das Leben deines Mitarbeiters ab. Du bist Versicherungsnehmer, dein Mitarbeiter ist versicherte Person und Begünstigter.
Vorteile für dich:
Kein Kapitalanlagerisiko auf deiner Bilanz
Geringe Administration — der Versicherer übernimmt die Verwaltung
Portabel: Der Vertrag kann beim Arbeitgeberwechsel übertragen werden
Volle steuerliche Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabe
Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Nicht jede Direktversicherung ist gleich gut. Vergleiche Tarife und Kostenquoten, bevor du dich auf einen Anbieter festlegst. Ein schlechter Tarif frisst die Steuervorteile des Mitarbeiters auf.
Unterstützungskasse: Für größere Beträge interessant
Die Unterstützungskasse ist vor allem für Gehälter über der Beitragsbemessungsgrenze interessant — zum Beispiel für Geschäftsführer. Sie ermöglicht höhere steuerfreie Einzahlungen als die Direktversicherung. Der Verwaltungsaufwand ist aber deutlich höher. Für Standardmitarbeiter in KMU ist das der falsche Weg.
Direktzusage: Nur mit sehr gutem Steuerberater
Die Direktzusage — auch Pensionszusage genannt — ist für GmbH-Geschäftsführer in bestimmten Konstellationen sinnvoll. Du sagst dem Mitarbeiter direkt eine Rente zu und bildest dafür Rückstellungen in deiner Bilanz. Das klingt gut, birgt aber erhebliche Risiken: Wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, haftest du persönlich. Für die meisten KMU ist das zu komplex.
Rechenbeispiel: Was die bAV wirklich kostet
Nehmen wir einen konkreten Fall. Mitarbeiter Hans, 35 Jahre alt, verdient 3.500 € brutto im Monat. Er möchte 150 € monatlich in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen.
Was kostet das Hans?
Hans wandelt 150 € Bruttogehalt um. Auf diese 150 € zahlt er keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge. Bei seinem Steuersatz und SV-Beitrag kostet ihn das effektiv nur rund 90-95 € netto — je nach persönlichem Steuersatz.
Was kostet das dich als Arbeitgeber?
Position | Betrag |
|---|---|
Entgeltumwandlung Hans | 150,00 € |
Dein Pflicht-Zuschuss (15 %) | 22,50 € |
Gesamtbeitrag Altersvorsorge | 172,50 € |
Deine SV-Ersparnis (ca. 20 % AG-Anteil) | − 30,00 € |
Dein tatsächlicher Nettoaufwand | − 7,50 € |
Das ist kein Tippfehler. In diesem Beispiel kostet dich die Pflichterfüllung netto nichts — du sparst sogar 7,50 € pro Monat. Hans bekommt 172,50 € Altersvorsorge. Du hast 0 € Nettoaufwand.
Was passiert, wenn du freiwillig aufstockst?
Viele meiner Mandanten zahlen 50 € zusätzlich auf eigene Initiative. Das ist das schlauste Recruiting-Argument, das du für wenig Geld haben kannst.
Position | Betrag |
|---|---|
Entgeltumwandlung Hans | 150,00 € |
Pflicht-Zuschuss (15 %) | 22,50 € |
Freiwilliger Zusatz-Zuschuss | 50,00 € |
Gesamtbeitrag Altersvorsorge | 222,50 € / Monat |
Im Jahr | 2.670,00 € |
Deine SV-Ersparnis | − 30,00 € |
Dein tatsächlicher Nettoaufwand | 42,50 € / Monat |
Hans spart 2.670 € Altersvorsorge pro Jahr — du bezahlst netto 42,50 € im Monat dafür. Eine Gehaltserhöhung um denselben Betrag würde dich brutto deutlich mehr kosten und käme bei Hans netto weniger an.
bAV als Mitarbeiterbindungs-Instrument — mehr als Pflichterfüllung
78 % der Bewerber bewerten betriebliche Benefits als "wichtig" oder "sehr wichtig" bei der Arbeitgeberwahl (Stepstone 2024). bAV gehört zu den Benefits, die am stärksten wahrgenommen werden — weil sie einen direkten finanziellen Vorteil liefern, den jeder Mitarbeiter versteht.
Gehaltserhöhung vs. bAV-Zuschuss im Vergleich
Du überlegst, ob du einem Mitarbeiter 100 € brutto mehr Gehalt gibst oder 100 € in die bAV einzahlst. Der Unterschied ist erheblich:
Gehaltserhöhung 100 € brutto | bAV-Zuschuss 100 € | |
|---|---|---|
Kosten für dich (brutto) | 100 € + ~20 € SV-AG = 120 € | 100 € |
Beim Mitarbeiter netto | ca. 58-65 € | 100 € (steuerfrei in Altersvorsorge) |
Sichtbarkeit | Wird schnell als "normal" wahrgenommen | Langfristig sichtbar im Vertrag |
Bindungswirkung | Gering | Mittel bis hoch |
Der bAV-Zuschuss ist für dich günstiger und beim Mitarbeiter wertvoller. Das ist kein Marketing-Versprechen — das ist Mathematik.
bAV im Gesamtkonzept
Wirklich wirksam wird bAV, wenn sie Teil eines durchdachten Benefits-Pakets ist. Wer bAV mit einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV) kombiniert, bietet seinen Mitarbeitern einen Schutz über die gesamte Erwerbsphase und darüber hinaus. Kurz- und langfristige Absicherung aus einer Hand.
Genau das ist der Ansatz von VitalPro: bAV ist ein Baustein — neben bKV, Sachbezügen und einer strukturierten Benefits-Strategie. Wenn du wissen willst, wie ein solches Gesamtkonzept für dein Unternehmen aussieht, schau dir unsere Benefits-Strategie-Seite an.
Die 5 häufigsten Fehler bei der bAV in KMU
Ich sehe diese Fehler regelmäßig. Jeder kostet Geld oder schafft Haftungsrisiken.
Fehler 1: Altverträge ohne Zuschuss Seit dem 1. Januar 2022 gilt die 15%-Zuschuss-Pflicht auch für Verträge vor 2019. Viele Arbeitgeber haben das nicht nachgezogen. Dein Mitarbeiter kann diesen Zuschuss rückwirkend einfordern. Prüf das jetzt — nicht wenn der Mitarbeiter kündigt.
Fehler 2: Falscher Durchführungsweg Ein Maschinenbauer mit 8 Mitarbeitern braucht keine Direktzusage. Eine Direktversicherung reicht — und ist deutlich einfacher zu verwalten. Überkompiziertheit ist teuer.
Fehler 3: Keine Portabilitätsregelung im Vertrag Dein Mitarbeiter wechselt den Job. Was passiert mit dem Vertrag? Bei einer Direktversicherung kann der Vertrag auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden. Das muss im Vertrag geregelt sein. Fehlt die Regelung, gibt es Streit.
Fehler 4: Mitarbeiter nicht informiert bAV funktioniert nur, wenn deine Mitarbeiter wissen, was sie haben. Ich erlebe regelmäßig Mitarbeiter, die nicht wissen, dass ihr Arbeitgeber seit Jahren für sie einzahlt. Kommuniziere den Wert aktiv — mindestens einmal im Jahr.
Fehler 5: bAV isoliert betrachten bAV ohne Gesamtkonzept ist Potenzial-Verschwendung. Wer gleichzeitig eine bKV einführt und Sachbezüge nutzt, optimiert die Gesamtvergütung seiner Mitarbeiter deutlich effizienter als mit Einzelmaßnahmen.
Checkliste: bAV in 5 Schritten einführen
Schritt 1: Bestandsaufnahme Welche Mitarbeiter haben bereits eine bAV? Über welchen Weg? Werden alle Pflicht-Zuschüsse korrekt geleistet? Altverträge vor 2019 kontrollieren.
Schritt 2: Durchführungsweg wählen Für KMU unter 50 Mitarbeitern: Direktversicherung. Anbieter vergleichen — Kostenquote und Tarifstruktur prüfen, nicht nur den Monatsbeitrag.
Schritt 3: Versorgungsordnung erstellen Schreib die Spielregeln auf: Wer bekommt wie viel Zuschuss? Was passiert bei Elternzeit, Krankheit, Kündigung? Eine saubere Versorgungsordnung schützt dich vor Gleichbehandlungsproblemen.
Schritt 4: Mitarbeiter informieren Erkläre deinen Mitarbeitern den Wert. Nicht einmalig beim Onboarding, sondern regelmäßig. Zeig ihnen, was du für sie einzahlst. Zahlen wirken.
Schritt 5: Jährliche Überprüfung Gesetzliche Grenzen ändern sich (BBG, steuerliche Freibeträge). Prüf jedes Jahr, ob Beiträge und Zuschüsse noch korrekt sind. Dein Makler oder Steuerberater sollte das automatisch melden — wenn nicht, wechsle deinen Berater.
FAQ — Was Arbeitgeber zur bAV am häufigsten fragen
Bin ich verpflichtet, selbst in die bAV einzuzahlen? Nein, du bist nicht verpflichtet, einen eigenen Arbeitgeber-Beitrag zu leisten. Du bist aber verpflichtet, den Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung zu ermöglichen — und seit 2019 den Pflicht-Zuschuss von 15 % auf umgewandelte Beträge zu zahlen, sofern du SV-Beiträge sparst.
Was passiert, wenn ich den Pflicht-Zuschuss nicht zahle? Dein Mitarbeiter kann den ausstehenden Zuschuss nachfordern — auch rückwirkend. Es gibt keine pauschale Verjährungsfrist für Arbeitnehmeransprüche aus dem Arbeitsverhältnis. Das kann teuer werden.
Kann ich den Durchführungsweg selbst bestimmen? Ja. Du darfst einen Durchführungsweg und einen Anbieter vorgeben. Dein Mitarbeiter muss diesen Weg nutzen. Er kann keinen anderen Anbieter verlangen. Einzige Ausnahme: Es gibt einen bestehenden Tarifvertrag mit anderen Regelungen.
Was passiert mit der bAV, wenn ein Mitarbeiter kündigt? Die bAV-Ansprüche sind gesetzlich geschützt. Nach einer Wartezeit von drei Jahren (Unverfallbarkeitsfrist) behält dein Mitarbeiter alle bis dahin aufgebauten Ansprüche — unabhängig davon, wer gezahlt hat. Bei der Direktversicherung kann der Vertrag auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden.
Wie hoch sind die steuerfreien Grenzen 2026? Steuerfrei: 8 % der BBG RV (101.400 €) = 8.112 € im Jahr / 676 € im Monat. SV-frei: 4 % der BBG = 4.056 € im Jahr / 338 € im Monat. Alles darüber ist steuer- und SV-pflichtig.
Lohnt sich bAV auch für Minijobber oder Teilzeitkräfte? Grundsätzlich ja — der Rechtsanspruch gilt für alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Minijobber (450 € / 520 € Grenze) sind pauschal versteuert und haben keine regulären SV-Abzüge. Die SV-Ersparnis als Basis für den Pflicht-Zuschuss entfällt. Einzelfall prüfen lassen.
Was ist das BRSG und warum ist es relevant? Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) trat 2018 in Kraft und hat die bAV-Regeln grundlegend reformiert. Die wichtigsten Änderungen: Pflicht-Zuschuss von 15 % eingeführt, neues "Sozialpartnermodell" (Nahles-Rente) geschaffen, Förderbetrag für Geringverdiener (§ 100 EStG) eingeführt. Das BRSG hat bAV für Arbeitgeber attraktiver gemacht — und die Pflichten klarer definiert.
Was kostet mich die bAV-Einführung administrativ? Bei einer Direktversicherung ist der Aufwand gering. Du schließt den Vertrag ab, meldest ihn bei deiner Lohnbuchhaltung an und überweist den Beitrag monatlich. Der Versicherer übernimmt die Verwaltung des Vertrags. Einmalig 2-3 Stunden für Setup plus jährliche Überprüfung.
Meine ehrliche Einschätzung
bAV ist kein Selbstläufer. Ich erlebe regelmäßig drei Fehler: zu späte Einführung, falscher Durchführungsweg und fehlende Kommunikation.
Wer bAV richtig macht, hat ein echtes Werkzeug zur Mitarbeiterbindung. Wer es halbherzig macht, hat nur zusätzliche Bürokratie.
Für die meisten meiner KMU-Mandanten empfehle ich die Direktversicherung mit einem klar definierten Arbeitgeberzuschuss — leicht über dem Pflichtminimum. Das kostet netto wenig, sieht aber nach viel aus. Und es lässt sich im Recruiting-Gespräch konkret nennen.
bAV allein löst das Fachkräfte-Problem nicht. Aber als Teil eines durchdachten Benefits-Pakets — mit bKV, Sachbezügen und einer klaren Kommunikation — wird es zum echten Wettbewerbsvorteil.
Du willst bAV richtig machen — nicht nur die Pflicht erfüllen? Dann lass uns das gemeinsam durchrechnen. Ich zeige dir, was für dein Unternehmen konkret möglich ist.
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Entgeltumwandlung einfach erklärt: Was Arbeitgeber wissen müssen

bAV-Zuschuss berechnen: So viel zahlt der Arbeitgeber wirklich