Hannes Weindorf erklärt die Direktversicherung als einfachsten bAV-Weg für KMU anhand eines Konzeptpapiers

Direktversicherung als bAV: Der einfachste Weg zur Betriebsrente für KMU

Direktversicherung als bAV: Der einfachste Weg zur Betriebsrente für KMU

Autor: Hannes Weindorf

Fünf Durchführungswege hat die betriebliche Altersvorsorge. Fünf. Klingt nach Bürokratie-Albtraum. Ist es aber nicht — denn für die meisten KMU ist die Sache klar: Die Direktversicherung ist der mit Abstand häufigste und einfachste Weg. Über 60 % aller bAV-Verträge in Deutschland laufen als Direktversicherung.

In diesem Artikel erkläre ich dir, warum das so ist, wie die Direktversicherung per Entgeltumwandlung funktioniert, was sie dich kostet — und wann du besser einen anderen Weg wählen solltest.

TL;DR

Die Direktversicherung ist der Standard-Weg zur bAV für KMU: Kein Bilanzrisiko, keine Pensionsrückstellungen, Verwaltung übernimmt der Versicherer. Steuerfrei bis 676 €/Monat, SV-frei bis 338 €/Monat. Bei 20 % AG-Zuschuss auf Entgeltumwandlung liegen die Netto-Kosten oft bei null Euro. Für GF empfiehlt sich die Unterstützungskasse (keine Beitragsbegrenzung).

Fünf Durchführungswege hat die betriebliche Altersvorsorge. Fünf. Klingt nach Bürokratie-Albtraum. Ist es aber nicht — denn für die meisten KMU ist die Sache klar: Die Direktversicherung ist der mit Abstand häufigste und einfachste Weg. Über 60 % aller bAV-Verträge in Deutschland laufen als Direktversicherung.

In diesem Artikel erkläre ich dir, warum das so ist, wie die Direktversicherung per Entgeltumwandlung funktioniert, was sie dich kostet — und wann du besser einen anderen Weg wählen solltest.

Was ist eine Direktversicherung?

Eine Direktversicherung ist eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber auf das Leben des Mitarbeiters abschließt. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer, der Mitarbeiter ist versicherte Person und Bezugsberechtigter. Ab Renteneintritt bekommt der Mitarbeiter eine lebenslange Rente oder eine Einmalauszahlung.

Das Besondere: Du als Arbeitgeber hast keinen Verwaltungsaufwand, kein Bilanzrisiko und keine Haftung für die Kapitalanlage. Der Versicherer übernimmt alles. Deshalb ist die Direktversicherung der Standard-Weg für KMU.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Arbeitgeber schließt Versicherung ab, Mitarbeiter profitiert

  • Kein Bilanzrisiko, keine Pensionsrückstellungen

  • Steuer- und SV-Vorteile für beide Seiten

  • Verwaltung übernimmt der Versicherer

  • Seit 2019: 15 % AG-Zuschuss Pflicht bei Entgeltumwandlung

So funktioniert die Entgeltumwandlung per Direktversicherung

Die häufigste Form: Dein Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts — und dieser Betrag fließt in die Direktversicherung. Das nennt sich Entgeltumwandlung.

Der Ablauf Schritt für Schritt:

  1. Mitarbeiter äußert Wunsch → Er hat einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG)

  2. Vereinbarung wird geschlossen → Umwandlungsbetrag, Beginn, Zuschuss

  3. Arbeitgeber schließt Direktversicherung ab → Bei einem Versicherer deiner Wahl

  4. Monatlicher Abzug vom Brutto → Vor Steuer- und SV-Berechnung

  5. AG-Zuschuss wird addiert → Mindestens 15 %, viele zahlen freiwillig mehr

  6. Gesamtbeitrag geht an Versicherer → Monatlich, automatisch über Lohnabrechnung

  7. Bei Renteneintritt → Mitarbeiter erhält Rente oder Einmalbetrag

Was du als Arbeitgeber tun musst — und was nicht:

Du musst

Du musst NICHT

Entgeltumwandlung ermöglichen (Rechtsanspruch)

Einen bestimmten Versicherer wählen

15 % Zuschuss zahlen (bei SV-Ersparnis)

Dich um die Kapitalanlage kümmern

Umwandlungsvereinbarung dokumentieren

Pensionsrückstellungen bilden

Monatlich Beitrag überweisen

Garantien für die Rendite abgeben

Steuervorteile: Was Arbeitgeber und Mitarbeiter sparen

Die Direktversicherung nutzt die nachgelagerte Besteuerung: Beiträge sind jetzt steuerfrei, Auszahlungen werden später versteuert — dann oft mit niedrigerem Steuersatz.

Für den Mitarbeiter:

Vorteil

Grenze 2026

Steuerfreie Beiträge

Bis 676 €/Monat (8 % BBG)

SV-freie Beiträge

Bis 338 €/Monat (4 % BBG)

AG-Zuschuss steuerfrei

Im Rahmen der Grenzen oben

Für dich als Arbeitgeber:

  • Betriebsausgabenabzug: 100 % des AG-Zuschusses absetzbar

  • SV-Ersparnis: ~20 % auf den umgewandelten Betrag (bis 4 % BBG)

  • Netto-Kosten oft negativ: SV-Ersparnis > Pflicht-Zuschuss

Details zu allen Steuervorteilen der bAV findest du in unserem separaten Steuer-Artikel.

Rechenbeispiel: 40 Mitarbeiter, Produktionsbetrieb

Ein Kunde von mir — nennen wir ihn Thomas — betreibt einen Produktionsbetrieb mit 40 Mitarbeitern im Raum Heilbronn. Er wollte wissen: Was kostet mich die Direktversicherung wirklich?

AUSGANGSLAGE:
40 Mitarbeiter, Durchschnittsgehalt 3.000 /Monat brutto
30 Mitarbeiter nutzen Entgeltumwandlung (75 % Teilnahmequote)

BEITRÄGE:
Entgeltumwandlung pro MA:       150 /Monat
AG-Zuschuss (20 %, freiwillig):  30 /Monat
Gesamtbeitrag pro MA:           180 /Monat = 2.160 /Jahr

KOSTEN FÜR THOMAS:
AG-Zuschuss (30 MA × 30):      900 /Monat
SV-Ersparnis (30 MA × ~30):   -900 /Monat
= Netto-Mehrkosten:                0 /Monat

ERGEBNIS:
30 Mitarbeiter mit jeweils 2.160 /Jahr bAV-Beitrag
Echte Kosten für Thomas: NULL EURO
Betriebsausgabe für die Steuererklärung: 10.800 /Jahr
Signal an sein Team: "Ich investiere in eure Zukunft"
AUSGANGSLAGE:
40 Mitarbeiter, Durchschnittsgehalt 3.000 /Monat brutto
30 Mitarbeiter nutzen Entgeltumwandlung (75 % Teilnahmequote)

BEITRÄGE:
Entgeltumwandlung pro MA:       150 /Monat
AG-Zuschuss (20 %, freiwillig):  30 /Monat
Gesamtbeitrag pro MA:           180 /Monat = 2.160 /Jahr

KOSTEN FÜR THOMAS:
AG-Zuschuss (30 MA × 30):      900 /Monat
SV-Ersparnis (30 MA × ~30):   -900 /Monat
= Netto-Mehrkosten:                0 /Monat

ERGEBNIS:
30 Mitarbeiter mit jeweils 2.160 /Jahr bAV-Beitrag
Echte Kosten für Thomas: NULL EURO
Betriebsausgabe für die Steuererklärung: 10.800 /Jahr
Signal an sein Team: "Ich investiere in eure Zukunft"

Thomas hat danach von 20 % auf 25 % Zuschuss erhöht. Seine Netto-Mehrkosten: rund 3 € pro Mitarbeiter pro Monat. Sein Kommentar: "Für das Geld krieg ich nicht mal einen Kaffee — aber meine Leute reden drüber."

Direktversicherung vs. andere Durchführungswege

Die bAV kennt fünf Durchführungswege. Hier der Vergleich — ehrlich und ohne Verkaufsbrille:

Kriterium

Direktversicherung

Pensionskasse

Pensionsfonds

Unterstützungskasse

Direktzusage

Geeignet für

KMU (5–500 MA)

Mittelstand, Tarifbranchen

Größere Unternehmen

GF, Besserverdiener

GF, Vorstände

Verwaltung

Minimal (Versicherer)

Mittel (ext. Träger)

Mittel

Hoch

Sehr hoch

Bilanzrisiko

Nein

Nein

Nein

Nein

Ja (Rückstellungen)

Steuerfreigrenze

676 €/Monat

676 €/Monat

676 €/Monat

Unbegrenzt

Unbegrenzt

SV-Freigrenze

338 €/Monat

338 €/Monat

338 €/Monat

Unbegrenzt

Unbegrenzt

Für GF geeignet?

Nur bis Fördergrenze

Nur bis Fördergrenze

Nur bis Fördergrenze

Sehr gut

Am besten

Empfehlung

Standard für KMU

Wenn tariflich vorgegeben

Selten sinnvoll für KMU

GF-Versorgung

GF-Versorgung

Meine Empfehlung: Für die Belegschaft → Direktversicherung. Für den Geschäftsführer → Unterstützungskasse oder Direktzusage (keine Beitragsbegrenzung, maximaler Steuervorteil). Die Kombination ist oft ideal.

Mehr zu den einzelnen Wegen findest du in unserem Glossar: Direktversicherung und im Überblick auf der Pillar Page Betriebliche Vorsorge.

In 5 Schritten zur Direktversicherung im Betrieb

Schritt 1: Versorgungsordnung erstellen

Definiere die Spielregeln: Wer ist berechtigt (ab wann, Mindestbetriebszugehörigkeit?), wie hoch ist der AG-Zuschuss, welcher Versicherer? Eine saubere Versorgungsordnung schützt dich vor späteren Streitigkeiten.

Schritt 2: Versicherer auswählen

Nicht jeder Versicherer ist gleich. Achte auf:

  • Garantiezins und Überschussbeteiligung (Renditepotenzial)

  • Kosten (Abschluss- und Verwaltungskosten variieren stark)

  • Flexibilität (Beitragsfreistellung, Portabilität)

  • Service (Online-Portal für Arbeitgeber, Sammelverträge)

Schritt 3: Mitarbeiter informieren

Das ist der entscheidende Moment. Wenn du die bAV nur per E-Mail ankündigst, nutzen sie 20 % deiner Leute. Wenn du eine Infoveranstaltung machst (30 Minuten, mit konkreten Rechenbeispielen), nutzen sie 60–80 %.

Schritt 4: Umwandlungsvereinbarungen abschließen

Jeder Mitarbeiter unterschreibt eine individuelle Vereinbarung. Darin stehen: Umwandlungsbetrag, Beginn, AG-Zuschuss, Bezugsrecht. Standardisierte Formulare bekommst du vom Versicherer.

Schritt 5: Lohnabrechnung anpassen

Dein Steuerberater oder Lohnbüro setzt die Entgeltumwandlung in der Lohnabrechnung um. Ab dem Folgemonat läuft alles automatisch.

Zeitaufwand für dich als Geschäftsführer: Ein Nachmittag für die Einrichtung. Danach: null. VitalPro übernimmt die komplette Implementierung — von der Versorgungsordnung bis zur Mitarbeiter-Infoveranstaltung.

Häufige Fragen zur Direktversicherung

Was ist der Unterschied zwischen Direktversicherung und Entgeltumwandlung? Die Direktversicherung ist der Durchführungsweg — also das Vehikel, über das die bAV abgewickelt wird. Die Entgeltumwandlung ist die Finanzierungsform — also woher das Geld kommt (vom Bruttogehalt des Mitarbeiters). Beides wird oft verwechselt, gehört aber zusammen: Die meisten Direktversicherungen werden per Entgeltumwandlung finanziert.

Kann der Mitarbeiter den Beitrag ändern oder aussetzen? Ja — die meisten Verträge erlauben eine Beitragsfreistellung oder -anpassung. Der Mitarbeiter muss das mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Die Ansprüche aus bereits eingezahlten Beiträgen bleiben in jedem Fall erhalten (Unverfallbarkeit).

Was passiert mit der Direktversicherung bei Arbeitgeberwechsel? Der Mitarbeiter hat drei Optionen:

  1. Übertragung auf den neuen Arbeitgeber (Portabilität nach § 4 BetrAVG)

  2. Private Weiterführung mit eigenen Beiträgen

  3. Beitragsfreie Fortführung — die bisherigen Ansprüche bleiben bestehen

Ist die Direktversicherung auch für Minijobber möglich? Ja — auch Minijobber haben einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Allerdings lohnt es sich steuerlich weniger, da Minijobber bereits pauschal versteuert werden. Eine AG-finanzierte Direktversicherung kann hier sinnvoller sein.

Welche Risiken hat die Direktversicherung für den Arbeitgeber? Praktisch keine. Der Versicherer trägt das Kapitalanlagerisiko. Du hast keine Bilanzberührung, keine Pensionsrückstellungen, keine Nachschusspflicht. Das einzige Risiko: Wenn du den Pflicht-Zuschuss vergisst — dann haftest du für entgangene Leistungen.

Fazit

Die Direktversicherung ist der Standard-Weg zur betrieblichen Altersvorsorge für KMU — aus gutem Grund. Sie ist einfach, risikoarm und kostet dich als Arbeitgeber unter dem Strich oft nichts. Der einzige Aufwand: einmal sauber aufsetzen.

Was die meisten unterschätzen: Die Wirkung auf die Mitarbeiterbindung. Ein Betrieb, der seinen Leuten 180 €/Monat auf das Rentenkonto legt, steht im Bewerbungsgespräch anders da als einer, der nur das Pflichtprogramm fährt.

Direktversicherung für dein Team einrichten? Wir übernehmen die komplette Umsetzung: Versorgungsordnung, Versicherer-Auswahl, Mitarbeiter-Info und Lohnabrechnung — schlüsselfertig, ohne Verwaltungsaufwand für dich.

Vorsorge-Check buchen → Unverbindlich · 30 Minuten · Per Video oder Telefon

Quellen: § 1a BetrAVG, § 3 Nr. 63 EStG, § 4 BetrAVG (Portabilität), GDV Statistik Durchführungswege 2024

Fünf Durchführungswege hat die betriebliche Altersvorsorge. Fünf. Klingt nach Bürokratie-Albtraum. Ist es aber nicht — denn für die meisten KMU ist die Sache klar: Die Direktversicherung ist der mit Abstand häufigste und einfachste Weg. Über 60 % aller bAV-Verträge in Deutschland laufen als Direktversicherung.

In diesem Artikel erkläre ich dir, warum das so ist, wie die Direktversicherung per Entgeltumwandlung funktioniert, was sie dich kostet — und wann du besser einen anderen Weg wählen solltest.

Was ist eine Direktversicherung?

Eine Direktversicherung ist eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber auf das Leben des Mitarbeiters abschließt. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer, der Mitarbeiter ist versicherte Person und Bezugsberechtigter. Ab Renteneintritt bekommt der Mitarbeiter eine lebenslange Rente oder eine Einmalauszahlung.

Das Besondere: Du als Arbeitgeber hast keinen Verwaltungsaufwand, kein Bilanzrisiko und keine Haftung für die Kapitalanlage. Der Versicherer übernimmt alles. Deshalb ist die Direktversicherung der Standard-Weg für KMU.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Arbeitgeber schließt Versicherung ab, Mitarbeiter profitiert

  • Kein Bilanzrisiko, keine Pensionsrückstellungen

  • Steuer- und SV-Vorteile für beide Seiten

  • Verwaltung übernimmt der Versicherer

  • Seit 2019: 15 % AG-Zuschuss Pflicht bei Entgeltumwandlung

So funktioniert die Entgeltumwandlung per Direktversicherung

Die häufigste Form: Dein Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehalts — und dieser Betrag fließt in die Direktversicherung. Das nennt sich Entgeltumwandlung.

Der Ablauf Schritt für Schritt:

  1. Mitarbeiter äußert Wunsch → Er hat einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG)

  2. Vereinbarung wird geschlossen → Umwandlungsbetrag, Beginn, Zuschuss

  3. Arbeitgeber schließt Direktversicherung ab → Bei einem Versicherer deiner Wahl

  4. Monatlicher Abzug vom Brutto → Vor Steuer- und SV-Berechnung

  5. AG-Zuschuss wird addiert → Mindestens 15 %, viele zahlen freiwillig mehr

  6. Gesamtbeitrag geht an Versicherer → Monatlich, automatisch über Lohnabrechnung

  7. Bei Renteneintritt → Mitarbeiter erhält Rente oder Einmalbetrag

Was du als Arbeitgeber tun musst — und was nicht:

Du musst

Du musst NICHT

Entgeltumwandlung ermöglichen (Rechtsanspruch)

Einen bestimmten Versicherer wählen

15 % Zuschuss zahlen (bei SV-Ersparnis)

Dich um die Kapitalanlage kümmern

Umwandlungsvereinbarung dokumentieren

Pensionsrückstellungen bilden

Monatlich Beitrag überweisen

Garantien für die Rendite abgeben

Steuervorteile: Was Arbeitgeber und Mitarbeiter sparen

Die Direktversicherung nutzt die nachgelagerte Besteuerung: Beiträge sind jetzt steuerfrei, Auszahlungen werden später versteuert — dann oft mit niedrigerem Steuersatz.

Für den Mitarbeiter:

Vorteil

Grenze 2026

Steuerfreie Beiträge

Bis 676 €/Monat (8 % BBG)

SV-freie Beiträge

Bis 338 €/Monat (4 % BBG)

AG-Zuschuss steuerfrei

Im Rahmen der Grenzen oben

Für dich als Arbeitgeber:

  • Betriebsausgabenabzug: 100 % des AG-Zuschusses absetzbar

  • SV-Ersparnis: ~20 % auf den umgewandelten Betrag (bis 4 % BBG)

  • Netto-Kosten oft negativ: SV-Ersparnis > Pflicht-Zuschuss

Details zu allen Steuervorteilen der bAV findest du in unserem separaten Steuer-Artikel.

Rechenbeispiel: 40 Mitarbeiter, Produktionsbetrieb

Ein Kunde von mir — nennen wir ihn Thomas — betreibt einen Produktionsbetrieb mit 40 Mitarbeitern im Raum Heilbronn. Er wollte wissen: Was kostet mich die Direktversicherung wirklich?

AUSGANGSLAGE:
40 Mitarbeiter, Durchschnittsgehalt 3.000 /Monat brutto
30 Mitarbeiter nutzen Entgeltumwandlung (75 % Teilnahmequote)

BEITRÄGE:
Entgeltumwandlung pro MA:       150 /Monat
AG-Zuschuss (20 %, freiwillig):  30 /Monat
Gesamtbeitrag pro MA:           180 /Monat = 2.160 /Jahr

KOSTEN FÜR THOMAS:
AG-Zuschuss (30 MA × 30):      900 /Monat
SV-Ersparnis (30 MA × ~30):   -900 /Monat
= Netto-Mehrkosten:                0 /Monat

ERGEBNIS:
30 Mitarbeiter mit jeweils 2.160 /Jahr bAV-Beitrag
Echte Kosten für Thomas: NULL EURO
Betriebsausgabe für die Steuererklärung: 10.800 /Jahr
Signal an sein Team: "Ich investiere in eure Zukunft"

Thomas hat danach von 20 % auf 25 % Zuschuss erhöht. Seine Netto-Mehrkosten: rund 3 € pro Mitarbeiter pro Monat. Sein Kommentar: "Für das Geld krieg ich nicht mal einen Kaffee — aber meine Leute reden drüber."

Direktversicherung vs. andere Durchführungswege

Die bAV kennt fünf Durchführungswege. Hier der Vergleich — ehrlich und ohne Verkaufsbrille:

Kriterium

Direktversicherung

Pensionskasse

Pensionsfonds

Unterstützungskasse

Direktzusage

Geeignet für

KMU (5–500 MA)

Mittelstand, Tarifbranchen

Größere Unternehmen

GF, Besserverdiener

GF, Vorstände

Verwaltung

Minimal (Versicherer)

Mittel (ext. Träger)

Mittel

Hoch

Sehr hoch

Bilanzrisiko

Nein

Nein

Nein

Nein

Ja (Rückstellungen)

Steuerfreigrenze

676 €/Monat

676 €/Monat

676 €/Monat

Unbegrenzt

Unbegrenzt

SV-Freigrenze

338 €/Monat

338 €/Monat

338 €/Monat

Unbegrenzt

Unbegrenzt

Für GF geeignet?

Nur bis Fördergrenze

Nur bis Fördergrenze

Nur bis Fördergrenze

Sehr gut

Am besten

Empfehlung

Standard für KMU

Wenn tariflich vorgegeben

Selten sinnvoll für KMU

GF-Versorgung

GF-Versorgung

Meine Empfehlung: Für die Belegschaft → Direktversicherung. Für den Geschäftsführer → Unterstützungskasse oder Direktzusage (keine Beitragsbegrenzung, maximaler Steuervorteil). Die Kombination ist oft ideal.

Mehr zu den einzelnen Wegen findest du in unserem Glossar: Direktversicherung und im Überblick auf der Pillar Page Betriebliche Vorsorge.

In 5 Schritten zur Direktversicherung im Betrieb

Schritt 1: Versorgungsordnung erstellen

Definiere die Spielregeln: Wer ist berechtigt (ab wann, Mindestbetriebszugehörigkeit?), wie hoch ist der AG-Zuschuss, welcher Versicherer? Eine saubere Versorgungsordnung schützt dich vor späteren Streitigkeiten.

Schritt 2: Versicherer auswählen

Nicht jeder Versicherer ist gleich. Achte auf:

  • Garantiezins und Überschussbeteiligung (Renditepotenzial)

  • Kosten (Abschluss- und Verwaltungskosten variieren stark)

  • Flexibilität (Beitragsfreistellung, Portabilität)

  • Service (Online-Portal für Arbeitgeber, Sammelverträge)

Schritt 3: Mitarbeiter informieren

Das ist der entscheidende Moment. Wenn du die bAV nur per E-Mail ankündigst, nutzen sie 20 % deiner Leute. Wenn du eine Infoveranstaltung machst (30 Minuten, mit konkreten Rechenbeispielen), nutzen sie 60–80 %.

Schritt 4: Umwandlungsvereinbarungen abschließen

Jeder Mitarbeiter unterschreibt eine individuelle Vereinbarung. Darin stehen: Umwandlungsbetrag, Beginn, AG-Zuschuss, Bezugsrecht. Standardisierte Formulare bekommst du vom Versicherer.

Schritt 5: Lohnabrechnung anpassen

Dein Steuerberater oder Lohnbüro setzt die Entgeltumwandlung in der Lohnabrechnung um. Ab dem Folgemonat läuft alles automatisch.

Zeitaufwand für dich als Geschäftsführer: Ein Nachmittag für die Einrichtung. Danach: null. VitalPro übernimmt die komplette Implementierung — von der Versorgungsordnung bis zur Mitarbeiter-Infoveranstaltung.

Häufige Fragen zur Direktversicherung

Was ist der Unterschied zwischen Direktversicherung und Entgeltumwandlung? Die Direktversicherung ist der Durchführungsweg — also das Vehikel, über das die bAV abgewickelt wird. Die Entgeltumwandlung ist die Finanzierungsform — also woher das Geld kommt (vom Bruttogehalt des Mitarbeiters). Beides wird oft verwechselt, gehört aber zusammen: Die meisten Direktversicherungen werden per Entgeltumwandlung finanziert.

Kann der Mitarbeiter den Beitrag ändern oder aussetzen? Ja — die meisten Verträge erlauben eine Beitragsfreistellung oder -anpassung. Der Mitarbeiter muss das mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Die Ansprüche aus bereits eingezahlten Beiträgen bleiben in jedem Fall erhalten (Unverfallbarkeit).

Was passiert mit der Direktversicherung bei Arbeitgeberwechsel? Der Mitarbeiter hat drei Optionen:

  1. Übertragung auf den neuen Arbeitgeber (Portabilität nach § 4 BetrAVG)

  2. Private Weiterführung mit eigenen Beiträgen

  3. Beitragsfreie Fortführung — die bisherigen Ansprüche bleiben bestehen

Ist die Direktversicherung auch für Minijobber möglich? Ja — auch Minijobber haben einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Allerdings lohnt es sich steuerlich weniger, da Minijobber bereits pauschal versteuert werden. Eine AG-finanzierte Direktversicherung kann hier sinnvoller sein.

Welche Risiken hat die Direktversicherung für den Arbeitgeber? Praktisch keine. Der Versicherer trägt das Kapitalanlagerisiko. Du hast keine Bilanzberührung, keine Pensionsrückstellungen, keine Nachschusspflicht. Das einzige Risiko: Wenn du den Pflicht-Zuschuss vergisst — dann haftest du für entgangene Leistungen.

Fazit

Die Direktversicherung ist der Standard-Weg zur betrieblichen Altersvorsorge für KMU — aus gutem Grund. Sie ist einfach, risikoarm und kostet dich als Arbeitgeber unter dem Strich oft nichts. Der einzige Aufwand: einmal sauber aufsetzen.

Was die meisten unterschätzen: Die Wirkung auf die Mitarbeiterbindung. Ein Betrieb, der seinen Leuten 180 €/Monat auf das Rentenkonto legt, steht im Bewerbungsgespräch anders da als einer, der nur das Pflichtprogramm fährt.

Direktversicherung für dein Team einrichten? Wir übernehmen die komplette Umsetzung: Versorgungsordnung, Versicherer-Auswahl, Mitarbeiter-Info und Lohnabrechnung — schlüsselfertig, ohne Verwaltungsaufwand für dich.

Vorsorge-Check buchen → Unverbindlich · 30 Minuten · Per Video oder Telefon

Quellen: § 1a BetrAVG, § 3 Nr. 63 EStG, § 4 BetrAVG (Portabilität), GDV Statistik Durchführungswege 2024

Lass uns kennenlernen.

Kostenlos, unverbindlich, persönlich. In 20 Minuten klären wir, ob und wie ein Benefits-Konzept für dein Unternehmen sinnvoll ist.