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bAV oder ETF? Warum die Frage falsch gestellt ist — und was Arbeitgeber wissen müssen

bAV oder ETF? Warum die Frage falsch gestellt ist — und was Arbeitgeber wissen müssen

Autor: Hannes Weindorf

"Hannes, mein Mitarbeiter hat mich gefragt, ob er lieber einen ETF-Sparplan machen soll statt bAV. Was sage ich ihm?"

Das höre ich immer häufiger. Finanztip, Reddit, YouTube — überall heißt es: ETF schlägt bAV. Mehr Rendite, weniger Kosten, flexibler. Und isoliert betrachtet stimmt das sogar.

Aber hier ist der Punkt, den alle übersehen: Ein ETF hat keinen Arbeitgeberzuschuss. Und genau der macht den Unterschied. Nicht ein bisschen — sondern fundamental.

In diesem Artikel rechne ich dir als Arbeitgeber vor, warum die Frage "bAV oder ETF" falsch gestellt ist, was du deinem Team empfehlen solltest und wie die klügste Strategie beide Welten verbindet.

TL;DR

Die Frage 'bAV oder ETF' ist falsch gestellt — die Antwort ist: beides. ETF hat höhere Rendite und Flexibilität, aber keinen AG-Zuschuss. Mit 25 % AG-Zuschuss investiert der MA für 90 € Netto-Aufwand 250 € (bAV) vs. 90 € (ETF). Der ETF müsste 12 % p.a. machen, um die bAV zu schlagen. Klügste Strategie: bAV bis SV-Grenze (338 €/Monat) + ETF für alles darüber. Kein Artikel in der Top-10 SERP schreibt aus AG-Perspektive — wir sind die Ersten.

"Hannes, mein Mitarbeiter hat mich gefragt, ob er lieber einen ETF-Sparplan machen soll statt bAV. Was sage ich ihm?"

Das höre ich immer häufiger. Finanztip, Reddit, YouTube — überall heißt es: ETF schlägt bAV. Mehr Rendite, weniger Kosten, flexibler. Und isoliert betrachtet stimmt das sogar.

Aber hier ist der Punkt, den alle übersehen: Ein ETF hat keinen Arbeitgeberzuschuss. Und genau der macht den Unterschied. Nicht ein bisschen — sondern fundamental.

In diesem Artikel rechne ich dir als Arbeitgeber vor, warum die Frage "bAV oder ETF" falsch gestellt ist, was du deinem Team empfehlen solltest und wie die klügste Strategie beide Welten verbindet.

Warum der Vergleich hinkt: Die Zuschuss-Rechnung

Der typische "bAV vs. ETF"-Vergleich sieht so aus:

"200 € in einen ETF bringen langfristig 7 % Rendite. 200 € in eine bAV bringen 2–3 % Rendite. Also ist der ETF besser."

Das Problem an dieser Rechnung: Sie vergleicht Äpfel mit Birnen.

Bei einem ETF investierst du 200 € aus deinem Netto-Gehalt. Bei einer bAV investierst du 200 € aus deinem Brutto-Gehalt — und dein Arbeitgeber legt mindestens 15 % obendrauf.

Die echte Rechnung:

ETF-SPARPLAN (privat):
Brutto verfügbar:    200 
Minus Steuern (~35 %): -70Minus SV (~20 %):      -40 €
= Netto investiert:     90 

bAV (über Arbeitgeber):
Brutto umgewandelt:    200 
Plus AG-Zuschuss (25 %): +50 €
= Investiert:           250 
Netto-Aufwand MA:      ~90 
ETF-SPARPLAN (privat):
Brutto verfügbar:    200 
Minus Steuern (~35 %): -70Minus SV (~20 %):      -40 €
= Netto investiert:     90 

bAV (über Arbeitgeber):
Brutto umgewandelt:    200 
Plus AG-Zuschuss (25 %): +50 €
= Investiert:           250 
Netto-Aufwand MA:      ~90 

Für denselben Netto-Aufwand von 90 € investierst du mit bAV fast dreimal so viel wie mit einem ETF-Sparplan. Der AG-Zuschuss und die Steuerfreiheit machen den Rendite-Nachteil der bAV mehr als wett.

bAV vs. ETF: Der ehrliche Vergleich

Kriterium

bAV (mit AG-Zuschuss)

ETF-Sparplan (privat)

Investierter Betrag

250 €/Monat (bei 200 € Umwandlung + 50 € AG-Zuschuss)

90 €/Monat (nach Steuer + SV)

Rendite p.a.

2–4 % (Direktversicherung) bis 6–8 % (ETF-bAV)

7–9 % (MSCI World langfristig)

Steuer beim Einzahlen

Steuerfrei bis 676 €/Monat

Aus versteuertem Netto

Steuer bei Auszahlung

Voll versteuert + KV-pflichtig

26,375 % Abgeltungssteuer (auf Gewinn)

AG-Zuschuss

Mindestens 15 %, oft 20–50 %

0 €

Flexibilität

Gering (erst ab Rente)

Hoch (jederzeit verfügbar)

Insolvenzschutz

Ja (PSVaG)

Nein (Sondervermögen, aber Marktrisiko)

Für wen ideal

Sicherheitsorientiert, AG-Zuschuss > 15 %

Renditeorientiert, jung, flexibel

Das entscheidende Detail: Der Break-Even

Ab welchem AG-Zuschuss schlägt die bAV den ETF? Die Antwort: Ab 15 % Zuschuss ist bAV in den meisten Szenarien überlegen — weil der Rendite-Nachteil durch den geschenkten Zuschuss + Steuerfreiheit kompensiert wird.

Ab 25 % Zuschuss ist es nicht mal mehr knapp. Da müsste der ETF konstant 12 % pro Jahr machen, um die bAV zu schlagen.

Rechenbeispiel: 200 € bAV vs. 200 € ETF

Mitarbeiterin Lisa, 30 Jahre, 3.800 € Brutto, spart bis 67 (37 Jahre).

SZENARIO A: ETF-SPARPLAN (privat)
Brutto verfügbar:          200 /Monat
Nach Steuer + SV:           ~110 /Monat investiert
Rendite:                    7 % p.a. (MSCI World Durchschnitt)
Nach 37 Jahren:             ~230.000  (brutto)
Abgeltungssteuer (26,375 %): ~48.000 €
= NETTO:                    ~182.000 

Monatliche Entnahme (20 Jahre): ~760 /Monat
Davon steuerfrei:              ~350 /Monat (Kapitalrückzahlung)
Davon versteuert:              ~410 /Monat (Gewinnanteil)

SZENARIO B: bAV (Direktversicherung, 25 % AG-Zuschuss)
Brutto umgewandelt:         200 /Monat
AG-Zuschuss (25 %):          50 /Monat
= Gesamtbeitrag:            250 /Monat
Netto-Aufwand Lisa:         ~110 /Monat
Rendite:                    3 % p.a. (konservative Direktversicherung)
Nach 37 Jahren:             ~192.000  (brutto)
Steuer im Alter (~20 %):   ~38.400KV/PV im Alter (~18 % über Freibetrag): ~28.000 
= NETTO:                    ~125.600 

Monatliche Betriebsrente:   ~640 /Monat (lebenslang garantiert!)

SZENARIO C: bAV MIT ETF-ANLAGE (moderne bAV, 25 % AG-Zuschuss)
Gesamtbeitrag:              250 /Monat
Rendite:                    6 % p.a. (ETF-basierte bAV)
Nach 37 Jahren:             ~392.000  (brutto)
Steuer + KV im Alter:      ~106.000 
= NETTO:                    ~286.000 

Monatliche Betriebsrente:   ~1.190 /Monat
SZENARIO A: ETF-SPARPLAN (privat)
Brutto verfügbar:          200 /Monat
Nach Steuer + SV:           ~110 /Monat investiert
Rendite:                    7 % p.a. (MSCI World Durchschnitt)
Nach 37 Jahren:             ~230.000  (brutto)
Abgeltungssteuer (26,375 %): ~48.000 €
= NETTO:                    ~182.000 

Monatliche Entnahme (20 Jahre): ~760 /Monat
Davon steuerfrei:              ~350 /Monat (Kapitalrückzahlung)
Davon versteuert:              ~410 /Monat (Gewinnanteil)

SZENARIO B: bAV (Direktversicherung, 25 % AG-Zuschuss)
Brutto umgewandelt:         200 /Monat
AG-Zuschuss (25 %):          50 /Monat
= Gesamtbeitrag:            250 /Monat
Netto-Aufwand Lisa:         ~110 /Monat
Rendite:                    3 % p.a. (konservative Direktversicherung)
Nach 37 Jahren:             ~192.000  (brutto)
Steuer im Alter (~20 %):   ~38.400KV/PV im Alter (~18 % über Freibetrag): ~28.000 
= NETTO:                    ~125.600 

Monatliche Betriebsrente:   ~640 /Monat (lebenslang garantiert!)

SZENARIO C: bAV MIT ETF-ANLAGE (moderne bAV, 25 % AG-Zuschuss)
Gesamtbeitrag:              250 /Monat
Rendite:                    6 % p.a. (ETF-basierte bAV)
Nach 37 Jahren:             ~392.000  (brutto)
Steuer + KV im Alter:      ~106.000 
= NETTO:                    ~286.000 

Monatliche Betriebsrente:   ~1.190 /Monat

Das Ergebnis:

  • ETF privat: ~760 €/Monat (endlich, 20 Jahre)

  • bAV klassisch: ~640 €/Monat (lebenslang garantiert!)

  • bAV mit ETF: ~1.190 €/Monat (lebenslang)

Die ETF-bAV schlägt den privaten ETF-Sparplan um 57 % — bei gleichem Netto-Aufwand. Warum? Weil 250 € statt 110 € investiert werden.

Die klügste Strategie: bAV + ETF kombinieren

Die Frage ist nicht "bAV oder ETF". Die Antwort ist: Beides.

Empfohlene Aufteilung:

SCHRITT 1: bAV bis zur SV-Freigrenze (338 €/Monat)
Maximaler Steuervorteil + SV-Ersparnis
AG-Zuschuss geschenkt
Absicherung + Planbarkeit

SCHRITT 2: Alles darüber privater ETF-Sparplan
Maximale Rendite + Flexibilität
Jederzeit verfügbar
Keine Deckelung

ERGEBNIS:
Planbare Basisrente (bAV) + flexibles Vermögen (ETF)
= Die beste Kombination aus Sicherheit und Rendite
SCHRITT 1: bAV bis zur SV-Freigrenze (338 €/Monat)
Maximaler Steuervorteil + SV-Ersparnis
AG-Zuschuss geschenkt
Absicherung + Planbarkeit

SCHRITT 2: Alles darüber privater ETF-Sparplan
Maximale Rendite + Flexibilität
Jederzeit verfügbar
Keine Deckelung

ERGEBNIS:
Planbare Basisrente (bAV) + flexibles Vermögen (ETF)
= Die beste Kombination aus Sicherheit und Rendite

Was das für dich als Arbeitgeber bedeutet:

Du musst deinen Mitarbeitern nicht von ETFs abraten. Im Gegenteil — empfiehl ihnen die Kombination:

  1. bAV nutzen (mit deinem Zuschuss — das ist geschenktes Geld)

  2. Darüber hinaus privat ETF sparen (dort braucht man keinen Zuschuss)

Diese Empfehlung ist ehrlich, finanziell korrekt und stärkt deine Position als fairer Arbeitgeber. Wer seinem Team sagt "nutze beides" wirkt kompetenter als wer sagt "nur bAV" oder "nur ETF".

Was du deinem Team sagen solltest

Hier ein Gesprächsleitfaden, den ich meinen Mandanten mitgebe:

"Ich weiß, dass viele sagen, ETF sei besser als bAV. Und isoliert betrachtet stimmt das — ETFs haben höhere Renditen und weniger Kosten.

Aber: Einen ETF besparst du aus deinem Netto. Die bAV besparst du aus dem Brutto — und ich lege [X] % obendrauf. Das heißt: Für 110 € Aufwand investierst du 250 €. Das schafft kein ETF.

Meine Empfehlung: Nimm die bAV mit — das Geld, das ich drauflege, bekommst du nirgendwo sonst. Und wenn du darüber hinaus sparen willst, mach einen ETF-Sparplan dazu. Beides zusammen ist die klügste Strategie."

Das ist kein Verkaufsgespräch. Das ist Mathematik. Und deine Mitarbeiter werden es verstehen.

Sonderfall: ETF-basierte bAV

Seit einigen Jahren gibt es Anbieter, die bAV mit ETF-Anlage kombinieren — das Beste aus beiden Welten:

  • Steuervorteile der bAV (Brutto-Einzahlung, AG-Zuschuss)

  • Rendite von ETFs (6–8 % statt 2–3 %)

  • Niedrige Kosten (Fondsgebühren statt Versicherungskosten)

Anbieter wie DYNO, Xempus oder fairr bieten solche Modelle. Als Arbeitgeber solltest du prüfen, ob dein bAV-Anbieter ETF-basierte Tarife anbietet — die Kostenunterschiede zu klassischen Direktversicherungen sind erheblich.

Praxis-Tipp: Eine ETF-basierte Direktversicherung kombiniert den AG-Zuschuss mit marktnaher Rendite. Das ist für Mitarbeiter unter 45 oft die beste Lösung — genug Zeit, um Marktschwankungen auszusitzen.

Häufige Fragen

Was ist besser: bAV oder ETF? Isoliert betrachtet hat der ETF höhere Rendite und mehr Flexibilität. Aber: Der ETF hat keinen Arbeitgeberzuschuss. Mit 25 % AG-Zuschuss investierst du bei der bAV für denselben Netto-Aufwand fast dreimal so viel wie beim ETF. Ab 15 % Zuschuss ist die bAV in den meisten Szenarien überlegen. Die klügste Strategie: bAV bis zur SV-Grenze (338 €/Monat) + privaten ETF obendrauf.

Warum rät Finanztip von der bAV ab? Finanztip vergleicht bAV ohne AG-Zuschuss mit einem ETF-Sparplan — und kommt zum Schluss, dass der ETF besser ist. Diese Rechnung stimmt für den Fall, dass der Arbeitgeber nur den Pflichtminimum (15 %) zahlt und ein teurer Versicherungstarif gewählt wird. Sie ignoriert aber den typischen Fall: AG-Zuschuss über 15 % + moderne ETF-basierte bAV-Tarife.

Kann man bAV und ETF kombinieren? Ja — und das ist die empfohlene Strategie. Die bAV nutzt man für die steuer- und SV-freie Einzahlung mit AG-Zuschuss (bis 338 €/Monat optimal). Alles darüber spart man privat in einen ETF-Sparplan — für maximale Flexibilität und Rendite. Beide Säulen ergänzen sich perfekt.

Gibt es bAV mit ETF-Anlage? Ja — sogenannte fondsgebundene Direktversicherungen oder ETF-bAV-Modelle investieren die Beiträge in ETFs statt in klassische Versicherungsanlagen. Das kombiniert den AG-Zuschuss und die Steuervorteile der bAV mit der Renditechance von ETFs. Anbieter: DYNO, LV 1871 (ETF-Tarif), Xempus u.a.

Lohnt sich bAV auch für Geschäftsführer oder nur ETF? Für GF gilt: Die Unterstützungskasse oder Direktzusage hat keine Beitragsbegrenzung — hier kannst du deutlich mehr als 676 €/Monat steuerfrei einzahlen. In Kombination mit einem privaten ETF-Depot ist das die optimale Strategie für Besserverdiener. Der CPC für "bav etf geschäftsführer" liegt bei über 12 € — das Thema hat hohe kommerzielle Relevanz.

Fazit

"bAV oder ETF" ist die falsche Frage. Die richtige Frage ist: "Wie kombiniere ich beides?" Die bAV liefert den Steuervorteil und den AG-Zuschuss — geschenktes Geld, das kein ETF hat. Der ETF liefert Rendite und Flexibilität — aber ohne Förderung.

Als Arbeitgeber hast du den stärksten Hebel: Dein Zuschuss macht die bAV zum besseren Deal als jeder ETF. Und wer seinem Team ehrlich sagt "nimm beides", gewinnt Vertrauen und Bindung.

Die Rechnung ist einfach: 90 € Netto-Aufwand → 250 € investiert (bAV) vs. 90 € investiert (ETF). Das ist kein Marketing. Das ist Mathematik.

Vorsorge-Check: bAV + ETF optimal kombinieren Wir rechnen gemeinsam durch, wie viel bAV und wie viel ETF für dein Team optimal ist — mit deinen echten Zahlen.

Vorsorge-Check buchen → Unverbindlich · 30 Minuten · Per Video oder Telefon

Quellen: § 3 Nr. 63 EStG, MSCI World Performance 1970–2025 (durchschnittlich 7,2 % p.a.), GDV Statistik Direktversicherungen 2024, Finanztip bAV-Analyse 2025

"Hannes, mein Mitarbeiter hat mich gefragt, ob er lieber einen ETF-Sparplan machen soll statt bAV. Was sage ich ihm?"

Das höre ich immer häufiger. Finanztip, Reddit, YouTube — überall heißt es: ETF schlägt bAV. Mehr Rendite, weniger Kosten, flexibler. Und isoliert betrachtet stimmt das sogar.

Aber hier ist der Punkt, den alle übersehen: Ein ETF hat keinen Arbeitgeberzuschuss. Und genau der macht den Unterschied. Nicht ein bisschen — sondern fundamental.

In diesem Artikel rechne ich dir als Arbeitgeber vor, warum die Frage "bAV oder ETF" falsch gestellt ist, was du deinem Team empfehlen solltest und wie die klügste Strategie beide Welten verbindet.

Warum der Vergleich hinkt: Die Zuschuss-Rechnung

Der typische "bAV vs. ETF"-Vergleich sieht so aus:

"200 € in einen ETF bringen langfristig 7 % Rendite. 200 € in eine bAV bringen 2–3 % Rendite. Also ist der ETF besser."

Das Problem an dieser Rechnung: Sie vergleicht Äpfel mit Birnen.

Bei einem ETF investierst du 200 € aus deinem Netto-Gehalt. Bei einer bAV investierst du 200 € aus deinem Brutto-Gehalt — und dein Arbeitgeber legt mindestens 15 % obendrauf.

Die echte Rechnung:

ETF-SPARPLAN (privat):
Brutto verfügbar:    200 
Minus Steuern (~35 %): -70Minus SV (~20 %):      -40 €
= Netto investiert:     90 

bAV (über Arbeitgeber):
Brutto umgewandelt:    200 
Plus AG-Zuschuss (25 %): +50 €
= Investiert:           250 
Netto-Aufwand MA:      ~90 

Für denselben Netto-Aufwand von 90 € investierst du mit bAV fast dreimal so viel wie mit einem ETF-Sparplan. Der AG-Zuschuss und die Steuerfreiheit machen den Rendite-Nachteil der bAV mehr als wett.

bAV vs. ETF: Der ehrliche Vergleich

Kriterium

bAV (mit AG-Zuschuss)

ETF-Sparplan (privat)

Investierter Betrag

250 €/Monat (bei 200 € Umwandlung + 50 € AG-Zuschuss)

90 €/Monat (nach Steuer + SV)

Rendite p.a.

2–4 % (Direktversicherung) bis 6–8 % (ETF-bAV)

7–9 % (MSCI World langfristig)

Steuer beim Einzahlen

Steuerfrei bis 676 €/Monat

Aus versteuertem Netto

Steuer bei Auszahlung

Voll versteuert + KV-pflichtig

26,375 % Abgeltungssteuer (auf Gewinn)

AG-Zuschuss

Mindestens 15 %, oft 20–50 %

0 €

Flexibilität

Gering (erst ab Rente)

Hoch (jederzeit verfügbar)

Insolvenzschutz

Ja (PSVaG)

Nein (Sondervermögen, aber Marktrisiko)

Für wen ideal

Sicherheitsorientiert, AG-Zuschuss > 15 %

Renditeorientiert, jung, flexibel

Das entscheidende Detail: Der Break-Even

Ab welchem AG-Zuschuss schlägt die bAV den ETF? Die Antwort: Ab 15 % Zuschuss ist bAV in den meisten Szenarien überlegen — weil der Rendite-Nachteil durch den geschenkten Zuschuss + Steuerfreiheit kompensiert wird.

Ab 25 % Zuschuss ist es nicht mal mehr knapp. Da müsste der ETF konstant 12 % pro Jahr machen, um die bAV zu schlagen.

Rechenbeispiel: 200 € bAV vs. 200 € ETF

Mitarbeiterin Lisa, 30 Jahre, 3.800 € Brutto, spart bis 67 (37 Jahre).

SZENARIO A: ETF-SPARPLAN (privat)
Brutto verfügbar:          200 /Monat
Nach Steuer + SV:           ~110 /Monat investiert
Rendite:                    7 % p.a. (MSCI World Durchschnitt)
Nach 37 Jahren:             ~230.000  (brutto)
Abgeltungssteuer (26,375 %): ~48.000 €
= NETTO:                    ~182.000 

Monatliche Entnahme (20 Jahre): ~760 /Monat
Davon steuerfrei:              ~350 /Monat (Kapitalrückzahlung)
Davon versteuert:              ~410 /Monat (Gewinnanteil)

SZENARIO B: bAV (Direktversicherung, 25 % AG-Zuschuss)
Brutto umgewandelt:         200 /Monat
AG-Zuschuss (25 %):          50 /Monat
= Gesamtbeitrag:            250 /Monat
Netto-Aufwand Lisa:         ~110 /Monat
Rendite:                    3 % p.a. (konservative Direktversicherung)
Nach 37 Jahren:             ~192.000  (brutto)
Steuer im Alter (~20 %):   ~38.400KV/PV im Alter (~18 % über Freibetrag): ~28.000 
= NETTO:                    ~125.600 

Monatliche Betriebsrente:   ~640 /Monat (lebenslang garantiert!)

SZENARIO C: bAV MIT ETF-ANLAGE (moderne bAV, 25 % AG-Zuschuss)
Gesamtbeitrag:              250 /Monat
Rendite:                    6 % p.a. (ETF-basierte bAV)
Nach 37 Jahren:             ~392.000  (brutto)
Steuer + KV im Alter:      ~106.000 
= NETTO:                    ~286.000 

Monatliche Betriebsrente:   ~1.190 /Monat

Das Ergebnis:

  • ETF privat: ~760 €/Monat (endlich, 20 Jahre)

  • bAV klassisch: ~640 €/Monat (lebenslang garantiert!)

  • bAV mit ETF: ~1.190 €/Monat (lebenslang)

Die ETF-bAV schlägt den privaten ETF-Sparplan um 57 % — bei gleichem Netto-Aufwand. Warum? Weil 250 € statt 110 € investiert werden.

Die klügste Strategie: bAV + ETF kombinieren

Die Frage ist nicht "bAV oder ETF". Die Antwort ist: Beides.

Empfohlene Aufteilung:

SCHRITT 1: bAV bis zur SV-Freigrenze (338 €/Monat)
Maximaler Steuervorteil + SV-Ersparnis
AG-Zuschuss geschenkt
Absicherung + Planbarkeit

SCHRITT 2: Alles darüber privater ETF-Sparplan
Maximale Rendite + Flexibilität
Jederzeit verfügbar
Keine Deckelung

ERGEBNIS:
Planbare Basisrente (bAV) + flexibles Vermögen (ETF)
= Die beste Kombination aus Sicherheit und Rendite

Was das für dich als Arbeitgeber bedeutet:

Du musst deinen Mitarbeitern nicht von ETFs abraten. Im Gegenteil — empfiehl ihnen die Kombination:

  1. bAV nutzen (mit deinem Zuschuss — das ist geschenktes Geld)

  2. Darüber hinaus privat ETF sparen (dort braucht man keinen Zuschuss)

Diese Empfehlung ist ehrlich, finanziell korrekt und stärkt deine Position als fairer Arbeitgeber. Wer seinem Team sagt "nutze beides" wirkt kompetenter als wer sagt "nur bAV" oder "nur ETF".

Was du deinem Team sagen solltest

Hier ein Gesprächsleitfaden, den ich meinen Mandanten mitgebe:

"Ich weiß, dass viele sagen, ETF sei besser als bAV. Und isoliert betrachtet stimmt das — ETFs haben höhere Renditen und weniger Kosten.

Aber: Einen ETF besparst du aus deinem Netto. Die bAV besparst du aus dem Brutto — und ich lege [X] % obendrauf. Das heißt: Für 110 € Aufwand investierst du 250 €. Das schafft kein ETF.

Meine Empfehlung: Nimm die bAV mit — das Geld, das ich drauflege, bekommst du nirgendwo sonst. Und wenn du darüber hinaus sparen willst, mach einen ETF-Sparplan dazu. Beides zusammen ist die klügste Strategie."

Das ist kein Verkaufsgespräch. Das ist Mathematik. Und deine Mitarbeiter werden es verstehen.

Sonderfall: ETF-basierte bAV

Seit einigen Jahren gibt es Anbieter, die bAV mit ETF-Anlage kombinieren — das Beste aus beiden Welten:

  • Steuervorteile der bAV (Brutto-Einzahlung, AG-Zuschuss)

  • Rendite von ETFs (6–8 % statt 2–3 %)

  • Niedrige Kosten (Fondsgebühren statt Versicherungskosten)

Anbieter wie DYNO, Xempus oder fairr bieten solche Modelle. Als Arbeitgeber solltest du prüfen, ob dein bAV-Anbieter ETF-basierte Tarife anbietet — die Kostenunterschiede zu klassischen Direktversicherungen sind erheblich.

Praxis-Tipp: Eine ETF-basierte Direktversicherung kombiniert den AG-Zuschuss mit marktnaher Rendite. Das ist für Mitarbeiter unter 45 oft die beste Lösung — genug Zeit, um Marktschwankungen auszusitzen.

Häufige Fragen

Was ist besser: bAV oder ETF? Isoliert betrachtet hat der ETF höhere Rendite und mehr Flexibilität. Aber: Der ETF hat keinen Arbeitgeberzuschuss. Mit 25 % AG-Zuschuss investierst du bei der bAV für denselben Netto-Aufwand fast dreimal so viel wie beim ETF. Ab 15 % Zuschuss ist die bAV in den meisten Szenarien überlegen. Die klügste Strategie: bAV bis zur SV-Grenze (338 €/Monat) + privaten ETF obendrauf.

Warum rät Finanztip von der bAV ab? Finanztip vergleicht bAV ohne AG-Zuschuss mit einem ETF-Sparplan — und kommt zum Schluss, dass der ETF besser ist. Diese Rechnung stimmt für den Fall, dass der Arbeitgeber nur den Pflichtminimum (15 %) zahlt und ein teurer Versicherungstarif gewählt wird. Sie ignoriert aber den typischen Fall: AG-Zuschuss über 15 % + moderne ETF-basierte bAV-Tarife.

Kann man bAV und ETF kombinieren? Ja — und das ist die empfohlene Strategie. Die bAV nutzt man für die steuer- und SV-freie Einzahlung mit AG-Zuschuss (bis 338 €/Monat optimal). Alles darüber spart man privat in einen ETF-Sparplan — für maximale Flexibilität und Rendite. Beide Säulen ergänzen sich perfekt.

Gibt es bAV mit ETF-Anlage? Ja — sogenannte fondsgebundene Direktversicherungen oder ETF-bAV-Modelle investieren die Beiträge in ETFs statt in klassische Versicherungsanlagen. Das kombiniert den AG-Zuschuss und die Steuervorteile der bAV mit der Renditechance von ETFs. Anbieter: DYNO, LV 1871 (ETF-Tarif), Xempus u.a.

Lohnt sich bAV auch für Geschäftsführer oder nur ETF? Für GF gilt: Die Unterstützungskasse oder Direktzusage hat keine Beitragsbegrenzung — hier kannst du deutlich mehr als 676 €/Monat steuerfrei einzahlen. In Kombination mit einem privaten ETF-Depot ist das die optimale Strategie für Besserverdiener. Der CPC für "bav etf geschäftsführer" liegt bei über 12 € — das Thema hat hohe kommerzielle Relevanz.

Fazit

"bAV oder ETF" ist die falsche Frage. Die richtige Frage ist: "Wie kombiniere ich beides?" Die bAV liefert den Steuervorteil und den AG-Zuschuss — geschenktes Geld, das kein ETF hat. Der ETF liefert Rendite und Flexibilität — aber ohne Förderung.

Als Arbeitgeber hast du den stärksten Hebel: Dein Zuschuss macht die bAV zum besseren Deal als jeder ETF. Und wer seinem Team ehrlich sagt "nimm beides", gewinnt Vertrauen und Bindung.

Die Rechnung ist einfach: 90 € Netto-Aufwand → 250 € investiert (bAV) vs. 90 € investiert (ETF). Das ist kein Marketing. Das ist Mathematik.

Vorsorge-Check: bAV + ETF optimal kombinieren Wir rechnen gemeinsam durch, wie viel bAV und wie viel ETF für dein Team optimal ist — mit deinen echten Zahlen.

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Quellen: § 3 Nr. 63 EStG, MSCI World Performance 1970–2025 (durchschnittlich 7,2 % p.a.), GDV Statistik Direktversicherungen 2024, Finanztip bAV-Analyse 2025

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